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Fake Check: Zoll in Göttingen und Goslar stoppt Markenfälschungen

Fake Check: Zoll in Göttingen und Goslar stoppt Markenfälschungen

Braunschweig (ots) Nicht nur in chinesischen Seecontainern im Hamburger Hafen oder in türkischen Urlaubsfliegern am Frankfurter Flughafen findet der Zoll Markenfälschungen, sondern auf allen Verkehrs- und Transportwegen in ganz Deutschland und in allen Qualitätsstufen, wie zwei Fälle aus Göttingen und Goslar zeigen:

Auf der Autobahn nahe Göttingen stoppte der Zoll am 20. September 2020 einen rumänischen Transporter. Das Fahrzeug kam aus der Türkei und erwies sich als gut sortierter Haushaltswarenladen auf vier Rädern. Allerdings fanden die Zöllner unter völlig unproblematischen Waren aus einem rumänischen Großmarkt drei große Säcke mit 72 Kleidungsstücken – versehen mit den Marken namenhafter Hersteller. Dazu befragt, meinte der Fahrer, er habe die Waren für 300 EUR in der Türkei gekauft und wolle sie zu einem Verwandten in Dortmund bringen. Unglücklicherweise kenne er weder den Namen noch die Adresse seines Verwandten. Glücklicherweise erkannten aber die Zollbeamten an Hand der Qualität sofort, dass es sich bei den Waren um Plagiate handelt und stellten sie sicher.

Etwas schwieriger gestaltete es sich kurz zuvor bei einer Postsendung im Zollamt Goslar. Dort wollte ein Mann aus dem Landkreis Goslar vier große Pakete aus China abholen. Nach eigenen Angaben habe er für sie über 1.400 EUR bezahlt. Inhalt: 40 Paar Markenturnschuhe in Schuhgröße 35. Trotz der hochwertigen Verarbeitung der Schuhe vermuteten die Zollbeamten auf Grund der Gesamtumstände (amerikanische Schuhe aus China, große Menge…) auch hier Raubkopien und fragten bei dem Markenrechtsinhaber nach. Doch selbst der benötigte zehn Tage, um den Verdacht zu bestätigen: die Schuhe sind nicht echt.

In beiden Fällen behalten sich die Markenrechtsinhaber vor, zivilrechtlich gegen die Importeure vorzugehen.

“Bei Produktpiraterie denke ich immer zuerst an ein Fußballtrikot, bei dem sogar der Mannschaftsname falsch geschrieben ist. Fälschungen gibt es aber in allen Qualitäten und das macht es gefährlich!”, erklärt Pressesprecher Andreas Löhde vom Hauptzollamt Braunschweig. Zum einen ist es natürlich für die Wirtschaft gefährlich, wenn etwa die Namen Schweizer Uhrmacher oder französischer Taschenmanufakturen eher mit Basaren, Ramsch und Fälschungen assoziiert werden, als mit Qualität und Anspruch. Zum anderen bestehen gesundheitliche Risiken: So sind etwa billig gefälschte Kleidungsstücke und Kosmetika oft nicht besonders hautverträglich. Die größte Gefahr geht jedoch von Plagiaten aus, die optisch nicht mehr von dem Original zu unterscheiden sind: “Ich möchte weder in einem Auto sitzen, dessen Bremsen nur so aussehen wie das Original, noch möchte ich Medikamente nehmen, die eigentlich in chinesischen Hinterhöfen zusammengemischt worden sind”, beschreibt Zollamtmann Löhde die reale Gefahr von Produktpiraterie.

Zusatzinformation: Bundesweit hat der Zoll im Jahr 2019 über fünf Millionen Waren im Wert von rund 220 Millionen EUR aufgegriffen, die gegen den gewerblichen Rechtsschutz verstießen. 61,52 % dieser Waren stammten aus China, 8,34 % aus der Türkei. Nähere Informationen zu dem Thema finden Sie unter:

https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Verbote-Beschraenkungen/Gewerblicher-Rechtsschutz/gewerblicher-rechtsschutz_node.html

Bei Göttingen fanden Zöllner in einem Transporter drei große Säcke mit 72 Kleidungsstücken – versehen mit den Marken namenhafter Hersteller; Foto: Zoll

RadioLeinewelle

September 29th, 2020

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