Wissenschaft

Vorfahren der Maori kehren nach Hause zurück

Vorfahren der Maori kehren nach Hause zurück

Auf Vermittlung des englischen Königshauses erhielt die Universität Göttingen im Jahr 1834 zwei tätowierte Maori-Schädel aus Neuseeland. Dorthin kehren sie nun wieder zurück: Am Donnerstag, 15. Oktober 2020, wurden die beiden Toi moko im Rahmen einer feierlichen Zeremonie an der Universität Göttingen den Maori und dem Te Papa-Tongarewa-Museum in Wellington übergeben. Seit 1934 zählten die beiden Schädel zum Bestand der Ethnologischen Sammlung der Universität Göttingen, inventarisiert als „Kopftrophäen“ der Maori. „Wir haben keine Informationen darüber, wie die beiden Toi moko von Neuseeland nach Europa gelangt sind“, so der Kustos der Sammlung, Dr. Michael Kraus. „Aus Respekt vor den Maori unterstützen wir jedoch gerne ihre Rückkehr.“ Die Maori besitzen eine enge Bindung an ihre Heimat. Mit der Repatriierung der beiden Schädel werden diese wieder mit ihrer Gemeinschaft und ihrem Land vereint. „Dies sind keine Objekte, sondern unsere heiligen Vorfahren (tūpuna). Wir können sie jetzt nach Hause bringen, wo sie hingehören“, erklärt Dr. Arapata Tamati Hakiwai, maorischer Ko-Leiter des Te Papa, wie das neuseeländische Nationalmuseum auch genannt wird. Dieses organisiert seit 2003 im Rahmen des staatlich geförderten Karanga-Aotearoa-Programms die Rückholung menschlicher Überreste von Maori und Moriori, die sich außerhalb Neuseelands befinden. Mehr als 600 Vorfahren konnten auf diese Weise zurückgebracht werden.

Auch die beiden Göttinger Toi moko werden Anfang November im Te Papa ihre Ruhe finden. Da die genauen Stammesverbindungen der zwei Schädel bisher noch nicht identifiziert werden konnten, finden diese hier erstmal ihren heiligen Aufbewahrungsort. Diese Repatriierung spiegelt nach den Worten des neuseeländischen Botschafters in Deutschland, Seine Exzellenz Rupert Holborow, die Freundschaft zwischen beiden Nationen wider: „Indem sie ihren Respekt für die einheimische Kultur Neuseelands demonstrieren, stärken die deutschen Kulturinstitutionen diese von gleichen Werten und Interessen getragene Verbundenheit“, so Holborow.

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Präsentation der Übergabevereinbarung: Te Arikirangi Mamaku (Koordinator des Repatriierungs-Programms), Prof. Dr. Andrea Lauser (Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Ethnologie), Hinemoana Baker (Maori elder) und hintere Reihe v.l. Dr. Michael Kraus (Kustos der Ethnologischen Sammlung), Prof. Dr. Hiltraud Casper-Hehne (Vizepräsidentin der Universität Göttingen), S.E. Rupert Holborow (Neuseeländischer Botschafter). Foto: Harry Haase

RadioLeinewelle

Oktober 18th, 2020

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