Natur & Umwelt

Greenpeace Göttingen protestiert gegen Billigfleisch

Greenpeace Göttingen protestiert gegen Billigfleisch

Gegen Billigfleisch und für bessere Tierhaltung protestierten am vergangenen Samstag Greenpeace Aktive in Göttingen. Einheitlich gekleidet und mit stilisierten Schweinemasken und Barcode-Clip am Ohr sowie einem Banner mit der Aufschrift „Billigfleisch ist ein krankesSystem“ machten sie auf die Ausbeutung von Menschen, Tieren und Umwelt durch die fataleBilligfleischpolitik von Supermärkten aufmerksam. Der Aktionstag fand gleichzeitig in mehr als 50 deutschen Städten statt. Anlass ist eine gestern veröffentlichte Supermarkt-Abfrage von Greenpeace zu den Frischfleisch-Eigenmarken der Supermarktketten Aldi Nord, Aldi Süd, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Penny und Rewe. (Report: www.greenpeace.de/abfrage- fleischsortiment) Das Ergebnis: Rund 90 Prozent stammt von Schweinen, Rindern oder Hühnern, die unter qualvollen und häufig gesetzeswidrigen Bedingungen gehalten wurden –im Handel gekennzeichnet als Haltungsform 1 oder 2. Kaum eine Filiale bietet Fleisch der besseren Haltungsform 3 an. Angebote von Produkten aus der Haltungsform 4 (u.a. Bio- Produktion) verharren 2020 auf sehr niedrigem Niveau. „Der Handel ist mit seiner Einkaufspolitik maßgeblich dafür verantwortlich, dass Mensch, Tier und Klima massiv durch die industrielleFleischproduktion geschädigt werden”, sagt Dorothee Krimmer,Ansprechpartnerin von Greenpeace Göttingen. „Wir fordern die großen Ketten auf, Billigfleischzügig aus dem Sortiment zu nehmen und Landwirte fair zu bezahlen. Nur dann können Tiereartgerecht gehalten werden.“ Greenpeace-Ehrenamtliche hatten parallel zur Abfrage in 294 Filialen aller befragten Händler bundesweit das Schweinefleischsortiment unter die Lupe genommen. Massive Lücken bei der Haltungskennzeichnung gibt es an den Bedientheken von Edeka, Kaufland und Rewe: Dort haben lediglich fünf Prozent der von Greenpeace besuchten Märkte das Schweinefleisch ausreichend gekennzeichnet. Während Kaufland gegenüber Greenpeace angab, an allen Theken zu kennzeichnen, zeigt sich vor Ort ein anderes Bild: In 14 von 16 besuchten Kaufland- Filialen war das Frischfleisch-Angebot bei Schwein an der Theke gar nicht markiert.
Foto: Greenpeace Göttingen

RadioLeinewelle

Oktober 19th, 2020

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