Wirtschaft

Landvolk: Lockdown belastet berufliche Fort- und Weiterbildung

Landvolk: Lockdown belastet berufliche Fort- und Weiterbildung

„Der erneute Teil-Lockdown verunsichert die Menschen. Institutionen und Firmen, die ihre Prüflinge zu uns schicken, sind hin- und hergerissen: einerseits müssen beruflich relevante Schulungsseminare aufgrund anstehender Prüfungen stattfinden, andererseits will keiner Schuld daran sein, wenn die Corona-Zahlen in die Höhe gehen. Viele angemeldete Seminargäste müssen absagen, da es ihnen zurzeit verboten ist, auf Dienstreise zu gehen“, erklärt Heiko Eifling, Leiter des Bildungshaus Zeppelin&Steinberg in Goslar. Das Bildungshaus ist eines von drei Bildungshäusern in Hauptträgerschaft des Landvolks Niedersachsen und versucht den Spagat – es bietet aufgrund der Corona-Beschränkungen aktuell Seminare mit begrenzter Teilnehmerzahl an. „Unsere Teilnehmer fühlen sich bei uns mit unserem Hygienekonzept sicher. Wir haben viel Platz, und die Gäste wissen, dass sie sich auf das Einhalten der Hygienevorschriften verlassen können“, erklärt Heiko Eifling.

Klar ist auch, dass mit weniger als der Hälfte der Teilnehmer kein wirtschaftlicher Betrieb möglich ist. „Eigentlich können wir 133 Teilnehmende im Haus unterbringen. Jetzt haben wir gerade einmal 20 bis 40 Teilnehmende in der Woche – wir laufen daher weiter ins Minus“, führt Eifling aus. Im Mai hatte das Landvolk Niedersachsen gemeinsam mit dem Landesverband der Heimvolkshochschulen (HVHS) Politik und Öffentlichkeit auf die besondere Lage der insgesamt 23 Heimvolkshochschulen in Niedersachsen aufmerksam gemacht. HVHS fungieren nicht nur als Bildungsstätten, sondern auch als Hotel und Gastronomiebetrieb. Durch die Corona-Einschränkungen im Frühjahr sind den Heimvolkshochschulen damals sämtliche Einnahmen weggebrochen.

Ein Teil der Gelder aus den Corona-Hilfstöpfen seien laut Eifling schon geflossen, doch Personalkosten von fast 80.000 Euro pro Monat plus fehlende Einnahmen verschärfen die Lage zusehends. Zudem werden bei den meisten Corona Hilfen die Personalkosten nur anteilsmäßig berücksichtigt. Deshalb gilt für die Mitarbeiter in Goslar weiter Kurzarbeit, Küche sowie Hauspflege sind nur minimal besetzt. „Wir müssen aber auch Reparatur- und Instandhaltungskosten aufbringen. Deshalb stellen wir beim Bund und beim Land alle möglichen Förderanträge und hoffen auf weitere Zahlungen.“ Eifling ist optimistisch, dass zusätzliche Maßnahmen die Erwachsenenbildung retten werden.

Besonders wichtig sind gut besuchte Seminare. In kleinen Gruppen findet vom 4. bis 8. Januar und vom 11. bis 15. Januar 2021 für Auszubildende der Land- und Hauswirtschaft sowie Fachkraft Agrarservice das Seminar „Reden-Überzeugen-Handeln“ statt. Anmeldungen sind bis zum 23. Dezember 2020 unter www.bhz-steinberg.de möglich. (LPD 93/2020)

Foto: Landvolk Niedersachsen

RadioLeinewelle

November 25th, 2020

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