Natur & Umwelt

Initiative GöttingenZero startet Bürgerbegehren „Göttingen klimaneutral bis 2030“

Initiative GöttingenZero startet Bürgerbegehren „Göttingen klimaneutral bis 2030“

Manchen ist wohl schon ein Fahrrad aufgefallen, das mit einem Briefkasten ver- sehen nicht weit vom Gänseliesel-Brunnen steht. Das Zweirad macht auf ein Bür- gerbegehren aufmerksam, das seit dem 9. Dezember in Göttingen läuft. Gefordert wird darin, dass die Stadt Göttingen ihren „Masterplan 100% Klimaschutz“ so an- passt, dass Klimaneutralität der Stadt bereits im Jahr 2030 und nicht erst 2050 erreicht wird. Sollten mindestens 7116 Göttinger Bürgerinnen und Bürger das Be- gehren mit ihrer Unterschrift unterstützen und der Rat der Stadt dennoch am bis- herigen Klimaziel festhalten, kommt es zum einem Bürgerentscheid.

In die Wege geleitet hat das Bürgerbegehren „GöttingenZero“, Ortsgruppe der bundes- weiten Initiative GermanZero, die solche kommunale Klimaentscheide bereits in 20 Städten angestoßen hat. Die Idee, auch in Göttingen ein Bürgerbegehren zu starten, keimte im letzten Sommer in einer studentischen WG: „Wir wollten etwas gegen das Ohnmachtsgefühl angesichts der Klimakrise machen“, sagt Luise Przibilla, Studentin und Mitbegründerin der Initiative. „Inzwischen sind wir ein Team von etwa 20 aktiven Leuten aus allen Altersgruppen und Tätigkeitsbereichen“, so Przibilla weiter.

„Die Verschärfung der Klimaziele ist erforderlich, um die globale Erwärmung auf unter 2 Grad, möglichst aber unter 1,5 Grad, zu begrenzen. Das wurde 2015 im Klimavertrag von Paris, dem auch der Deutsche Bundestag einstimmig zugestimmt hat, völkerrecht- lich verbindlich beschlossen. Wird diese Grenze überschritten, dann drohen uns nichtmehr umkehrbare, katastrophale Veränderungen des Klimasystems“ erklärt Dr. Manfred Schüssler, Physiker und Mitglied der Initiative.

Deshalb fordert GöttingenZero, dass Göttingen dem Beispiel anderer Städte wie Erlangen, Kassel, Marburg, Münster, Soest oder Tübingen folgt und sich Klimaneutrali- tät 2030 zum Ziel setzt. Klimaneutralität bedeutet dabei, dass der Ausstoß von Treib- hausgasen (vor allem Kohlendioxid, das bei Verbrennungsprozessen frei wird) drastisch reduziert wird und der nicht zu vermeidende Rest durch aktiven Entzug von Kohlenstoff aus der Atmosphäre durch Aufforstung und andere Maßnahmen ausgeglichen wird.

Um zu zeigen, wie das praktisch umgesetzt werden kann, erarbeitet GöttingenZero mit Unterstützung von Experten bei GermanZero gegenwärtig einen „Klimastadtplan“ fürGöttingen, der Maßnahmen und konkrete Zahlen für Kosten und Arbeitskräftebedarf enthält. „Klimaschutz muss vor allem in den Kommunen umgesetzt werden und Göttin- gen als Stadt, die mehr von Handel und Dienstleistung als von energieintensiver Indust- rie dominiert wird, sollte hier eine Vorreiterrolle spielen“ betont Luise Przibilla.

Gemeinsam mit 36 Kultur-, Menschenrechts-, Klima- und Umweltgruppen hat GöttingenZero außerdem einen Antrag ausgearbeitet, der im Februar im Rat der Stadt eingebracht wird. Der Antrag nimmt das Thema des Bürgerbegehrens auf: Anpassung des städtischen Klimaplans auf Klimaneutralität 2030 und dessen beschleunigte Umset- zung.

Wer das Bürgergehren unterstützen möchte, kann auf einer der in vielen Geschäften ausliegenden Listen unterschreiben oder auch einen Listenvordruck auf der Internet- seite goettingen-klimaneutral.de herunterladen. Dort finden sich auch weitere Informati- onen zum Bürgerbegehren und zu den weiteren Aktivitäten von GöttingenZero.

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Bildunterschrift:
Luise Przibilla und Manfred Schüssler von der InitiativeGöttingenZero am Markt beim „Fahrrad-Briefkasten“ fürUnterschriftenlisten des Bürgerbegehrens.

RadioLeinewelle

Januar 14th, 2021

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