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Fachstelle für Sucht- und Suchtprävention berät zu Mediennutzung in Coronazeiten

Fachstelle für Sucht- und Suchtprävention berät zu Mediennutzung in Coronazeiten

(Göttingen) Die Fachstelle für Sucht- und Suchtprävention des Diakonieverbands im Ev.-luth. Kirchenkreises Göttingen bietet ab dem 8. April den Onlinekurs „SKOLL – Selbstkontrolltraining“ zur Förderung der Selbstkontrolle im Umgang mit Medien an.

Ziel ist es, eine verantwortungsvolle Nutzungsweise von Medien herzustellen und aufrechtzuerhalten. Das Angebot richtet sich an Jugendliche und Erwachsene.

„Gerade in Zeiten von Corona, wo virtuelle Teamsitzungen statt persönlichem Austausch, Online-Unterricht statt Pauken mit den Mitschülern und Sport-Games zocken statt Fußballtraining auf dem Sportplatz an der Tagesordnung sind, verbringen wir alle immer mehr Zeit vor dem Bildschirm“, so Suchtberaterin und -therapeutin Verena Freynik. „Neben zahlreichen Vorteilen dieser Medien erleben wir jedoch auch unerwünschte Nebenwirkungen. Fehlen über einen längeren Zeitraum hinweg zufriedenstelle Alternativen kann Mediennutzung zur Belastung werden. Zudem schwinden unsere Grenzen zwischen funktionaler Mediennutzung und dem Konsumieren von medialen Angeboten immer häufiger.“ Dies sei jetzt besonders deutlich zu beobachten, sei aber auch schon in den Jahren zuvor relevant gewesen.

In der Pandemie betreffe es aber mehr Altersklassen als zuvor, erklärt Freynik. Erste Zwischenergebnisse einer Studie der DAK seien alarmierend: „Bei fast 700.000 Kindern und

Jugendlichen ist das Gaming riskant oder pathologisch. Im Vergleich zum Herbst 2019 nehmen die Spielzeiten unter dem Corona-Lockdown werktags um bis zu 75 Prozent zu. Ähnlich problematisch wie Onlinespiele sind Social-Media-Aktivitäten. Eine pathologische (krankhafte) Nutzung wird bei rund 170.000 Jungen und Mädchen (3,2 Prozent) festgestellt. Während der Corona-Krise steigen die Social-Media-Zeiten werktags um 66 Prozent an – von 116 auf 193 Minuten pro Tag.“

Wer mehr über sein eigenes Nutzungsverhalten erfahren möchte, kann einen Selbsttest machen. Initiativen wie ins-netz-gehen.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärungstellen entsprechende Selbsttests im Internet zur Verfügung. Einige davon sind auf der Homepage der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention verlinkt. Darüber hinaus kann das eigene Nutzungsverhalten in einem vertraulichen Gespräch mit einer Fachkraft der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention reflektiert und bei Bedarf Veränderungsansätze gemeinsam erarbeitet werden. Auch Angehörige können sich beraten lassen, wenn sie sich Sorgen über das Nutzungsverhalten einer nahestehenden Person machen.

Der Onlinekurs „SKOLL – Selbstkontrolltraining“ zur Förderung der Selbstkontrolle im Umgang mit Medien, der von Verena Freynik und ihrer Kollegin Kristin Otte durchgeführt wird, besteht aus zehn Sitzungen mit jeweils 90 Minuten Dauer und einem Nachtreffen, acht Wochen nach Kursende. Die Teilnahme ist kostenlos und auf acht Personen begrenzt. Am 25. März um 17:30 Uhr können sich Interessierte bereits vorab über die genauen Inhalte des Kurses informieren. Die Anmeldungen für den Kurs müssen bis zum 23. April bei der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention eingegangen sein. Weitere Informationen erhalten Sie per Telefon: 0551/72051, per E-Mail: suchtberatung.goettingen@evlka.de oder online auf der Homepage:https://suchtberatung-goettingen.wir-e.de.

Bild: Suchtberaterin und -therapeutin Verena Freynik (Foto: Jochen Gebauer)

RadioLeinewelle

März 19th, 2021

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