Klimawandel

Wissenschaftler*innen plakatieren Fachartikel über Klimakrise an Bundesministerium

Wissenschaftler*innen plakatieren Fachartikel über Klimakrise an Bundesministerium

Die Eisdecke schrumpft massiv: So warm war es in Russland nie zuvor – eine von vielen täglichen Meldungen zum Klimawandel, die eher beiläufig zur Kenntnis genommen werden. Der Ernst der Lage führt dazu, dass immer mehr Wissenschaftler die Rolle des unparteiischen Forschers aufgeben und sich in der Öffentlichkeit bemerkbar machen. So in dieser Woche der renommierte Klimaforscher Michael E. Mann in einem Interview im Spiegel. In der Woche vom 25. – 28.03. läuft jetzt die erste globale Aktionswoche von Scientist Rebellion.

Bei der ersten Scientist Rebellion protestieren Wissenschaftler*innen gewaltfrei, um auf das Ausmaß der Klima- und Umweltkrise hinzuweisen. Damit wollen sie Wissenschaftler*innen und die Öffentlichkeit ermutigen, sich der Rebellion anzuschließen. Es beteiligen sich mehr als 100 Wissenschaftler*innen aus über zehn Ländern, darunter auch Deutschland.

In Berlin plakatierten gestern zwei Wissenschaftler:innen in einer gewaltfreien Aktion des zivilen Ungehorsams wissenschaftliche Artikel im Großformat an den Eingangsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Berlin. Die Wissenschaftler:innen nutzten abwaschbaren Mehlkleister, um großformatige Publikationen aus wissenschaftlichen Fachzeitschriften auf die Fensterscheiben des BMEL anzubringen. Mit der Plakatierung der folgenden Artikel erinnerten sie plakativ an den Ernst der Klima- und ökologischen Krisen. 

Wir wollen daran erinnern, dass die Wissenschaft seit vielen Jahren auf die Ursachen und katastrophalen Auswirkungen der Biodiversitäts- und der Klimakrise hinweist, während die Politik nicht annähernd angemessen darauf reagiert”, sagt Dr. Nana-Maria Grüning, die als Molekularbiologin arbeitet.

SR fordert einen grundlegenden Wandel wissenschaftlicher Institutionen: weg von der stillschweigenden Akzeptanz klima- und umweltfeindlicher Politik, hin zum Widerstand.  Regierungen sollen Maßnahmen für einen gerechten Wachstumsrückgang einleiten und umgehend eine umfassende Dekarbonisierung herbeiführen.

All unsere Forschungsergebnisse und Innovationen sind  bedeutungslos, wenn sie uns nur kurzfristig Trost spenden, gefolgt von der vollständigen Zerstörung der Zivilisation. Wir müssen jetzt handeln, wenn wir unsere Erde retten wollen,“ sagt Dr. Kriti Mukherjee, Gletscherforscherin an der University of Northern British Columbia in Kanada.

RadioLeinewelle

März 26th, 2021

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