Natur & Umwelt

Bündnis hält Göttinger Wald für keinen geeigneten Standort zur Windeneergienutzung

Bündnis hält Göttinger Wald für keinen geeigneten Standort zur Windeneergienutzung

Das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung spricht sich für die Nutzung der Windenergie aus, lehnt aber die Nutzung von Windenergie in bewaldeten Gebieten wie dem Göttinger Wald ab. Den Bau von Windkraftanlagen in den bewaldeten Höhenlagen, wie dies in Hessen durchgeführt wird, betrachtet das Bündnis als einen Schritt in die falsche Richtung.

Gerade die bewaldeten Höhenzüge sind die Flächen in der dicht besiedelten Kulturlandschaft, die jahrhundertelang am wenigsten Störungen ausgesetzt waren und wo die Natur Rückzugsräume fand. Zudem werden die bewaldeten Flächen heute zunehmend wichtiger als Ausgleichsraum für die immer stärker versiegelte Kulturlandschaft. Degradierte Waldflächen, die bislang mit Monokulturen bepflanzt wurden, sollten daher ökologisch aufgewertet werden.

Anlass sind jüngste Überlegungen in Hann. Münden, den Bau von Windrädern als Forstwirtschaft zu bezeichnen und die gescheiterte bisherige forstliche Nutzungsstrategie, die in Kahlschlag und Anbau von Fichten-Monokulturen ihren Ausdruck fand, durch eine Nutzung der Waldflächen durch Windräder zu ersetzen.

Für die Zuwegung werden breite Schneisen in die Wälder geschlagen. Diese wirken für viele Waldbodenorganismen als Ausbreitungsbarrieren, zerstückeln die Lebensräume und belasten das Waldinnenklima. Windräder haben einen hohen Verschleiß und müssen nach wenigen Jahren ersetzt werden – wenn sie unter geänderten Rahmenbedingungen überhaupt ersetzt werden können.

Wir sprechen uns ganz klar für eine nachhaltige Energiewende aus, in der die Nutzung von Windkraft unverzichtbarer Bestandteil ist. Der notwendige Umbau der Energiewirtschaft darf jedoch nicht unsere Lebensgrundlagen zerstören. Der Bau von Windkraftanlagen in Wäldern bringt eine Zerstörung mit sich, die viele Jahrzehnte nachwirken wird. Ein Kennzeichen der Bioenergie ist ihre Erneuerbarkeit. Werden für den Bau von Anlagen unwiederbringlich Ökosysteme der Wälder zerstört, wird diesem Ansatz nicht Rechnung getragen“, so Werner Schulze, energiepolitischer Sprecher des Bündnisses.

Das Bündnis stimmt der Einschätzung der Göttinger Stadtförsterin Lena Dzeia zu, die sich skeptisch zum Bau von Windanlagen im Göttinger Wald äußert. Der Göttinger Wald hat ein relativ intaktes Ökossystem, wird schon seit vielen Jahren ausgesprochen behutsam und nachhaltig bewirtschaftet, und verzeichnet keine flächigen Baumverluste.

Das Bündnis spricht sich ausdrücklich dafür aus, die rechtlichen Rahmenbedingungen so zu ändern, dass eine weitere Nutzung der Windkraft am Standort südlich von Geismar ermöglicht wird.

Symbolbild von Free-Photos auf Pixabay

RadioLeinewelle

Juni 9th, 2021

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