Gesellschaft

Hohe Mietkosten in Göttingen: DGB fordert mit Bündnis den Mietenstopp

Hohe Mietkosten in Göttingen: DGB fordert mit Bündnis den Mietenstopp

Angesichts der dramatischen Mietkostenbelastung in Göttingen fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Niedersachsen einen Mietenstopp und mehr bezahlbare Neubauwohnungen. 49,3 Prozent aller Mieterhaushalte in Göttingen müssen mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für die Miete zahlen. Damit gelten diese Haushalte nach Ansicht der Autoren einer aktuellen Studie im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung als überbelastet durch ihre Wohnkosten. Ihnen bleibt wenig Geld für andere Lebensbereiche. Die Studie zeigt auch: Selbst wenn alle Mieterhaushalte auf Wohnungen mit angemessener Größe und Preis verteilt werden würden, fehlen in Göttingen mindestens 9.305 bezahlbare Wohnungen.

Um seiner Forderung nach einem Mietenstopp Nachdruck zu verleihen beteiligt sich der DGB Kreisverband Göttingen am bundesweiten Mietenstopp-Aktionstag. Am 19. Juni werden wir zusammen als Bündnis Gutes Wohnen für Alle um 12:45 in Grone am Nachbarschaftszentrum, Jonaplatz/Deisterstraße 10 Position beziehen. Hier werden Betroffene unterschiedlicher Mieterhöhungen ihre Situation schildern. Bei Kaffee und Kaltgetränk lässt es sich prima vernetzen.

Zur symbolischen Uhrzeit fünf vor zwölf findet zuvor eine Fotoaktion der Bündnispartner*innen aus Mieter*inneninitiativen, politischen Gruppen, kritischen Wissenschaftler*innen, Gewerkschafter*innen und Wohnrauminitiativen am Neuen Rathausstatt. Anschließend wird die Aktion auch am Kundgebungsort in Grone wiederholt.

„Viele Beschäftigte mit niedrigen und mittleren Einkommen müssen einen großen Teil ihres erarbeiteten Einkommens direkt an die Vermieter weiterreichen. Selbst bei guten Tarifabschlüssen fressen die Mieten die Einkommen zunehmend auf. Deswegen fordern wir von der nächsten Bundesregierung einen sechsjährigen Mietenstopp. Die Menschen brauchen eine Atempause“ sagte Agnieszka Zimowska, Vorsitzende DGB Kreisverband Göttingen. „Der sechsjährige Mietenstopp muss genutzt werden, um beim Bau bezahlbarer Wohnungen den Turbo einzuschalten. Seit 2000 hat sich die Zahl der Sozialwohnungen in Niedersachsen halbiert. Diese Lücke ist nicht von heute auf morgen zu füllen. Alle politischen Ebenen – Bund, Länder und Kommunen – sind in der Pflicht, sämtliche Möglichkeiten auszuschöpfen. Bund und Länder müssen ausreichend Fördermittel für den Bau von Sozialwohnungen zur Verfügung stellen. Ebenso muss die Landesregierung endlich den ersten Spartenstich für eine Landeswohnungsbaugesellschaft setzen, um ihrerseits mehr bezahlbare Wohnungen zu schaffen. Auf kommunaler Ebene brauchen wir eine bessere personelle Ausstattung der Bau- und Planungsämter, einen strategischen An- und Rückkauf von Flächen sowie die Stärkung unserer städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Öffentlicher Wohnbau ist das Gebot der Stunde. Wo private Investoren ins Spiel kommen muss die Stadt ihre planungsrechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen und unmissverständlich auf das Gemeinwohl verpflichten“, so Zimowska weiter.

Symbolbild von Karsten Paulick auf Pixabay

RadioLeinewelle

Juni 16th, 2021

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