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Ermittlungsverfahren gegen Beamten wegen Verdachts der Körperverletzung im Amt

Ermittlungsverfahren gegen Beamten wegen Verdachts der Körperverletzung im Amt

Nach dem Polizeieinsatz am letzten Sonntag in Göttingen ist gegen einen der Beamten ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung im Amt eingeleitet worden. Ein in den sozialen Medien kursierendes Video zeigt einen Beamten, der den am Boden fixierten Mann mehrfach mit der Faust ins Gesicht schlägt. Dazu teilt die Polizeiinspektion Göttingen folgendes mit:
Bei dem Einsatz im Zuge einer geplanten Identitätsfeststellung waren am Sonntagmorgen (18.07.2021) gegen 06.40 Uhr ein 28 Jahre alter Göttinger und ein 31 Jahre alter Polizeibeamter verletzt worden. Gegen den 28-Jährigen wird deshalb unter anderem wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte und Beleidigung ermittelt. Weil er zur Vorfallszeit ein Einhandmesser bei sich führte, leitete die Polizei zusätzlich ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz gegen den bereits polizeilich bekannten Mann ein. 

Ein von einem unbekannten Zeugen aufgenommenes Video hatte am Sonntag in den Sozialen Medien für Entrüstung und Diskussionen gesorgt. Die veröffentlichte Aufnahme, die lediglich einen Ausschnitt des kompletten Geschehensablaufes wiedergibt, zeigt, wie der Beamte am Kornmarkt auf den am Boden liegenden Göttinger einschlägt. Wegen dieser Handlung hat die Polizeiinspektion Göttingen ein Ermittlungsverfahren gegen den Polizeikommissar wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt eingeleitet. Das Verfahren wird für die weiteren Ermittlungen an die Polizei in Hildesheim abgegeben. Ein Disziplinarverfahren wurde eingeleitet und bis zum Abschluss des Strafverfahrens ausgesetzt. 

Eine Aufnahme der Bodycam dokumentiert vorausgegangenen Angriff des 28-Jährigen 

Eine erste Sichtung der Aufnahme der von dem Beamten am Körper getragenen Bodycam hat indes ergeben, dass dem Handeln des Beamten ein körperlicher Angriff des 28-Jährigen vorausging. Das Video dokumentiert, wie der aggressive Mann, unmittelbar nachdem er den Beamten umklammert hatte und gemeinsam mit ihm auf den Boden gestürzt war, auf den Polizeikommissar einschlug. Dabei verletzte er den 31-Jährigen mutmaßlich mit Faustschlägen erheblich im Gesicht. 

Der Göttinger hatte sich nach vorliegenden Erkenntnissen gegen alle Bemühungen der Beamten, ihn für die Durchführung der Folgemaßnahmen zu überwältigen, heftig und ohne Unterlass mit Schlägen und Tritten zu Wehr gesetzt. Zu den Faustschlägen kam es schließlich, um den massiven Widerstand des Mannes zu überwinden. Mutmaßlich hierbei erlitt der 28-jährige Göttinger Gesichtsverletzungen. In der Folge gelang es den vier eingesetzten Beamten, den Mann in Bauchlage zu drehen und zu überwältigen. Er wurde zur Dienststelle transportiert und anschließend mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Der Polizeibeamte ist aufgrund der erlittenen Verletzungen an Kopf und Körper bis auf Weiteres nicht dienstfähig. Die weiteren Ermittlungen dauern an. 

Zu den Geschehnissen äußert sich Gwendolin von der Osten, Präsidentin der Polizeidirektion Göttingen wie folgt: 

“Das Video, welches seit gestern (18.07.2021) in den Sozialen Medien kursiert und nur einen Ausschnitt des Gesamtgeschehens abbildet, erregte große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Solche Teilinformationen dürfen jedoch nicht zu einer Vorverurteilung führen. Das Verfahren wurde an die Polizeiinspektion Hildesheim abgegeben. Das dortige Fachkommissariat ermittelt umfangreich und tut alles dafür, um den Sachverhalt weiter aufzuhellen. Schlussendlich wird das Verfahren an die Staatsanwaltschaft abgegeben, die die strafrechtliche Bewertung vornehmen wird. Ich möchte betonen, dass ich weiterhin großes Vertrauen in die Arbeit einer jeden Kollegin und eines jeden Kollegen in der Polizeidirektion Göttingen habe.”

Bild von fsHH auf Pixabay

RadioLeinewelle

Juli 20th, 2021

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