Klimawandel

Studie belegt steigendes globales Risiko von Überschwemmungen an Flüssen

Studie belegt steigendes globales Risiko von Überschwemmungen an Flüssen

Ein neuer Forschungsbericht identifiziert weltweit Regionen mit dem größten klimabedingten Flusshochwasserrisiko für Menschenleben und Nahrungsmittelproduktion und fordert dringend, Investitionen in naturbasierte Anpassungspläne zu beschleunigen.

Infolge des Klimawandels treten weltweit immer mehr extreme Regenfälle auf, bei der durch Überschwemmungen entlang von Flüssen ganze Landstriche überflutet werden. Eine jetzt vorgestellte Studie zeigt, welch große Bedrohung die Überschwemmungen für die dort lebenden Menschen darstellen. Erstellt wurde sie im Auftrag der gemeinnützigen Naturschutzorganisation The Nature Conservancy (TNC, Arlington, USA) und dem deutschen NGO Bündnis „Entwicklung Hilft“.

Das CESR war maßgeblich daran beteiligt, indem es in den Jahren 2017 und 2018 die Datengrundlage lieferte. Die Studie kombiniert eine auf Geographischen Informationssystemen (GIS) basierende räumliche Kartierung mit Hochwassermodellierung und Klimaszenarien, um sowohl aktuelle als auch zu erwartende Flussüberschwemmungen rund um den Globus zu bewerten und zugleich das bisher ungenutzte Potenzial naturbasierter Lösungen zur Minimierung dieser wachsenden Risiken aufzuzeigen. 

Denn im 21. Jahrhundert stellen Überschwemmungen die häufigste Naturgefahr für Menschenleben und deren Lebensgrundlagen dar. Die Autoren schätzen, dass derzeit zwei Milliarden Menschen (rund 25 Prozent der Weltbevölkerung) in potenziellen Überschwemmungsgebieten leben, wobei weite Teile Europas, Zentralafrikas, Süd- und Südostasiens am stärksten von der wachsenden Gefahr durch Flussüberschwemmungen betroffen sind. Dabei gilt nun auch das Subsahara-Gebiet in Afrika als globaler Hotspot für Flusshochwasserrisiken.

Die Überschwemmung von Ackerland ist ein weiterer Schwerpunkt der Studie, immerhin seien derzeit etwa 23 Prozent des weltweiten Ackerlandes Süßwasserüberschwemmungen ausgesetzt. 26 Länder haben mindestens 25 Prozent ihres Ackerlandes innerhalb von Überschwemmungsgebieten – Küstenregionen nicht mitgerechnet – und drei der fünf wichtigsten Lebensmittel produzierenden Länder verfügen über bedeutende Ackerflächen genau in diesen Gebieten: Indien (45 Prozent), China (31 Prozent) und die Vereinigten Staaten (23 Prozent). Laut Studie werden sogenannte Jahrhundertüberschwemmungen bis 2100 in 104 Ländern mindestens doppelt so häufig auftreten wie bisher. 

Investitionen in naturbasierte Lösungen können – so ein Ergebnis der Untersuchungen – neben umfassenderen Klimaschutzmaßnahmen nachweislich helfen, die Auswirkungen von Überschwemmungen zu minimieren. Die Studie nennt etwa den Schutz und die Wiederherstellung von Feucht- und Überschwemmungsgebieten. Diese nehmen nicht nur überschüssiges Wasser aus der Landschaft auf, sie kommen zudem der Artenvielfalt zugute und tragen dazu bei, dass die bereits vorhandene Verkehrs- und Gebäudeinfrastruktur nicht durch größere und häufigere Überschwemmungen überfordert wird.

Link zum vollständigen Bericht:

https://www.nature.org/en-us/what-we-do/our-insights/reports/?vu=reports

Link zur TNC mit Informationen zur Sicherung von Süßwasserökosystemen für Mensch und Natur:

https://www.nature.org/en-us/what-we-do/our-insights/water-security/

Bild von PublicDomainPictures auf Pixabay

RadioLeinewelle

August 2nd, 2021

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