Arbeitswelt

IG Metall – 20 Prozent der Beschäftigten sehen rassistische Anfeindungen am Arbeitsplatz

IG Metall – 20 Prozent der Beschäftigten sehen rassistische Anfeindungen am Arbeitsplatz

Rassismus ist ein altes Problem unserer Gesellschaft. Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, beschreibt es als „dunkles, schleichendes und tödliches Gift, dass den Zusammenhalt und das Miteinander versucht zu zersetzen. Vielerorts sind Rassismus und Diskriminierung laut und gewalttätig, anderenorts leise und unterschwellig. Wir müssen jeder Form entgegentreten und den Mund aufmachen! Rassistinnen und Rassisten eint die tiefe Abneigung unserer pluralen, vielfältigen und toleranten Werte. Wenn diese einen angreifen, ist das ein Angriff gegen unsere ganze Gemeinschaft!“

Allgegenwärtig ist beispielsweise der Rassismus gegenüber denjenigen, die aus der Ukraine fliehen und keine weiße Hautfarbe besitzen. So erleben People of Color bei der Ausreise aus dem Kriegsgebiet Anfeindungen, Ausgrenzungen und ihnen wird die Suche nach einem sicheren Hafen massiv erschwert. Ferner fügt Gröger an: „Natürlich ist es wichtig, dass ukrainischen Geflüchteten schnell und unbürokratisch geholfen wird. Sie sollen kein langwieriges Asylverfahren durchlaufen und eine Schutzperspektive erhalten – gleiches gilt auch für den Zugang zum Arbeitsmarkt und zur Krankenversicherung. All die Maßnahmen sind richtig, wichtig und gar notwendig. Die Frage, die sich allerdings stellt ist, warum es eine solche Doppelmoral gibt? Denn es entsteht schnell der Eindruck, dass es Geflüchtete erster und zweiter Klasse gäbe – ein Zustand, den es nicht geben darf. Die Abwesenheit von Bürokratie hätte ich mir auch für all jene gewünscht, die vor Putins Bomben und Baschar al-Assad Schergen aus Syrien geflüchtet sind oder jene, die vergangenes Jahr vor der Terrorherrschaft der Taliban aus Kabul flohen.“

RadioLeinewelle

März 21st, 2022

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