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Verbraucherzentrale Niedersachsen – Informationen zu Nahrungsergänzungsmitteln

Verbraucherzentrale Niedersachsen – Informationen zu Nahrungsergänzungsmitteln

Immer mehr Menschen schlucken regelmäßig Vitamine, Mineralstoffe und andere Präparate. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentralen sowie des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Das Problem: Nahrungsergänzungsmittel werden von Überwachungsbehörden nicht kontrolliert bevor sie auf den Markt kommen, bergen aber zum Teil gesundheitliche Risiken. Mehr als 250 auffällige Produkte haben die Verbraucherzentralen seit 2017 den Behörden gemeldet und größtenteils unter www.Klartext-Nahrungsergaenzung.de veröffentlicht. Anlässlich des fünfjährigen Bestehens des Internetportals wurden hierzulande Erwachsene zu ihrem Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln befragt. 

Fast die Hälfte der Befragten hat innerhalb der letzten sechs Monate ein oder mehrere Nahrungsergänzungsmittel gekauft. 2016 war es ein gutes Drittel. „Diese Entwicklung ist erschreckend“, meint Anneke von Reeken, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen, und erklärt: „Viele Verbraucherinnen und Verbraucher glauben an die Werbeversprechen. Sie möchten sich etwas Gutes tun. Tatsächlich kosten Pillen und Pulver meist nicht nur viel Geld und sind überflüssig – einige sind sogar gesundheitsgefährdend.“ Darum fordert die Verbraucherzentrale Niedersachsen gemeinsam mit weiteren Verbraucherzentralen sowie dem vzbv von der Politik, den Milliardenmarkt mit Nahrungsergänzungsmitteln dringend zu regulieren und Verbraucherinnen und Verbraucher so vor gesundheitlichen Risiken zu schützen.

Nahrungsergänzungsmittel endlich sicher regulieren

Obwohl einige dieser Mittel hoch dosiert ernste Nebenwirkungen haben können, findet eine systematische behördliche Überprüfung der Produkte vor Markteinführung noch immer nicht statt. „Hier muss sich dringend etwas ändern“, fordert von Reeken. Laut der Ernährungsexpertin seien verbindliche Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Lebensmitteln nötig. Auch brauche es eine Positivliste, die klarstellt, welche Stoffe in Nahrungsergänzungsmitteln genutzt werden dürfen – etwa für Stoffe wie „Botanicals“ (Pflanzen-, Algen-, Pilz- und Flechtenextrakte). Zudem müsse das Vorsorgeprinzip konsequent gelten: Unternehmen sollten vor Markteintritt nachweisen müssen, dass ihre Produkte unbedenklich sind. Produkte, die dies nicht leisten, dürften gar nicht auf den Markt kommen. 

Mehr als 250 Produkte wurden Behörden bereits gemeldet

Seit dem Start des Portals www.Klartext-Nahrungsergaenzung.de vor fünf Jahren haben die Expertinnen und Experten der Verbraucherzentralen aufgrund von Verbraucheranfragen und -beschwerden mehr als 250 Produkte an die Überwachungsbehörden gemeldet. Zudem wurden mehr als 20 juristische Verfahren eingeleitet und mehr als 2.600 Verbraucheranfragen beantwortet. 

Besonders häufig warnten die Verbraucherzentralen vor krebserregendem Ethylenoxid in pflanzlichen Nahrungsergänzungsmitteln, vor unzulässigen Arzneisubstanzen, Salmonellen und zu hohen Dosierungen einzelner Inhaltsstoffe, zum Beispiel zu viel Curcumin und Piperin in Kurkuma-Produkten. Diese können potenziell leberschädigend wirken. Weitere Beispiele: Die Einnahme von Beta-Carotin kann bei Raucherinnen und Rauchern die Entstehung von Lungenkrebs begünstigen, Präparate mit Goji-Beeren können etwa gefährliche Wechselwirkungen mit Medikamenten wie Blutverdünnern auslösen. 

Bild von Bruno /Germany auf Pixabay

RadioLeinewelle

März 31st, 2022

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