Gesellschaft

Zensus 2022 – Welche Befragungen gibt es?

Zensus 2022 – Welche Befragungen gibt es?

Seit Mitte Mai werden in ganz Deutschland Menschen für den Zensus 2022 befragt. Der Zensus ermittelt, wie viele Menschen in Deutschland wohnen, wie sie leben und arbeiten. Der Zensus basiert größtenteils auf Daten der Melderegister. Ergänzend dazu gibt es beim Zensus grundsätzlich zwei verschiedene Befragungen der Bürgerinnen und Bürger:

1. Bei der Befragung der Haushalte werden rund 10,3 Millionen Personen befragt. Zuvor wurden die Anschriften, an denen diese Personen leben, zufällig ausgewählt (Stichprobe). Personen, die in Wohnheimen leben, werden ebenfalls befragt (etwa 300 000). Personen, die in Gemeinschaftsunterkünften leben, werden nicht persönlich befragt. Sie werden über eine Befragung der Einrichtungsleitungen gezählt (etwa 60 000 Einrichtungsleitungen).

Bei der Befragung der Haushalte erhalten die ausgewählten Haushalte vorab eine schriftliche Terminankündigung. In einer persönlichen Befragung werden zunächst einige allgemeine Fragen gestellt. Drei Viertel der Personen beantworten weitere Fragen – vorzugsweise online – zu Bildung und zur Erwerbstätigkeit.

2. Bei der Gebäude- und Wohnungszählung werden Eigentümerinnen und Eigentümer, Verwaltungen und sonstige Verfügungsberechtigte von Wohngebäuden oder Wohnungen befragt. Da kein Register für Wohnungen und Gebäude in Deutschland vorliegt, gibt es hier keine Stichprobe, sondern alle Wohnungen und Wohngebäude werden erfasst. Bei der Gebäude- und Wohnungszählung erhalten die Teilnehmenden einen Brief mit Zugangsdaten für den Online-Fragebogen. Diejenigen, die keine Möglichkeit haben, die Fragen online zu beantworten, können auch einen Papierfragebogen nutzen. Je nach Bundesland wird entweder ein Papierfragebogen automatisch zugeschickt, wenn nach einigen Wochen noch keine Online-Rückmeldung eingegangen ist oder ein Papierfragebogen kann telefonisch angefordert werden. Einzelheiten sind dem jeweiligen Anschreiben zu entnehmen.

Es ist im Rahmen des Zensusgesetzes 2022 geregelt, dass die Bürgerinnen und Bürger bei den zum Zensus zugehörigen Befragungen Auskunft geben müssen. Wer für den Zensus ausgewählt wurde, ist zur Teilnahme verpflichtet. Bevor es zu Buß- oder Zwangsgeldern kommt, werden die Befragten erinnert. Erst nach einer erneuten Erinnerung können die Statistischen Ämter der Länder erstmalig ein meist dreistelliges Buß- oder Zwangsgeld verhängen.

Offizielle Infoseite zum Zensus2022 mit Podcast

Fotoquelle:Statistische Ämter des Bundes und der Länder

RadioLeinewelle

Juni 8th, 2022

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