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Klinikservice GmbH der UMG äußert sich zu den Tarifverhandlungen mit ver.di

Klinikservice GmbH der UMG äußert sich zu den Tarifverhandlungen mit ver.di

Zu den laufenden Tarifverhandlungen zwischen der UMG Klinikservice GmbH (KSG) und der Gewerkschaft ver.di hat sich die Geschäftsführung der KSG in einer Erklärung zu Wort gemeldet. Aufgrund der sehr detaillierten Stellungnahme veröffentlichen wir diese im kompletten Wortlaut:

(ksg) In den laufenden Tarifverhandlungen zwischen der UMG Klinikservice GmbH (KSG) und der Gewerkschaft ver.di, hat ver.di angekündigt, vom Montag, dem 23.01., bis Freitag, dem 27.01.2023 die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der UMG Klinikservice GmbH zu einem fünftägigen, ganztätigen Streik aufzurufen. Die Ankündigung des Streiks erfolgt ungeachtet des seit dem 15. November 2022 vorliegenden Angebotes der UMG Klinikservice GmbH (KSG). Das Angebot der KSG umfasst insgesamt 14,79 Prozent mehr Lohn für zwei Drittel der rund 780 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für zwei Jahre. Für etwa 200 Beschäftige liegt die Tariferhöhung nach dem Vorschlag der Geschäftsführung der KSG sogar bei 16,67 Prozent in zwei Jahren. Ursache dieser deutlichen Entgelterhöhung ist der von d er Geschäftsführung vorgeschlagene Wegfall der mittleren von drei Entgeltstufen des Haustarifvertrages, zudem verbunden mit einem vorgezogenen Stufenaufstieg. Im Angebot der KSG sind zudem 1.500 Euro steuerfreie Einmalzahlungen enthalten.

Die Gewerkschaft Ver.di lehnt dieses umfassende Angebot ab, fordert eine Tariferhöhung um 20 Prozent und rechnet vor: „Die UMG-Tochter bietet bislang ein Plus von 4 Prozent für 2023 und plus 3,85 Prozent für 2024 sowie geringe Einmalzahlungen (je 500 Euro für 2022, 2023 und 2024).“ Bei ihrer Berechnung berücksichtigt ver.di in keiner Weise, dass jede Einmalzahlung von 500 Euro ein zusätzliches Mehr von 2,3 Prozent netto für die Mitarbeitenden bedeutet. In der letzten Verhandlungsrunde hat die Geschäftsführung der KSG zude m zugesagt, zu prüfen, inwieweit eine 20-prozentige Nettolohnsteigerung bei einer Laufzeit des Tarifvertrages über drei Jahre erreicht werden kann. Der Streikaufruf der Gewerkschaft trotz dieses Angebots, verbunden mit einer Boykottempfehlung gegenüber der UMG, belastet diese Verhandlungsbereitschaft erheblich.

„Die wirtschaftliche Situation für die KSG ist grundsätzlich schwierig, die wirtschaftlichen Folgen der Corona – Pandemie wirken weiterhin nach. Als Geschäftsführung tragen wir die Verantwortung gegenüber unseren Beschäftigten, für den Erhalt der Arbeitsplätze zu sorgen und die Gesamtsituation im Blick zu behalten. Dieser Verantwortung kommen wir nach“, sagt Marcus Bühre, Geschäftsführer der KSG. „Ver.di ist diese Gesamtsituation längst bekannt und trägt hier Mitverantwortung, für die Stabilität und den Erhalt der Arbeitsplätze in der KSG aufgrund der erheblichen wirtschaftlichen Konsequenzen aus der Pandemiezeit zu sorgen.“ Des Weiteren sagt ver.di, dass der letzte Tarifvertrag schon Ende Januar 2022 ausgelaufen sei. Dabei hat ver.di die Initiative der KSG Geschäftsführung zur Aufnahme von Tarifverhandlungen im Frühjahr 2022 als unbegründet zurückgewiesen. Damit hat die Gewerkschaft einen erheblichen Zeitverzug bei den Verhandlungen zum klaren Nachteil der Beschäftigten in der KSG bewusst in Kauf genommen und die Aufnahme der Verhandlungen bis nach den Sommerfreien 2022 verzögert.

Zudem hat die Geschäftsführung der KSG nach Rückmeldung von Beschäftigten feststellen müssen, dass Teile des Angebotes der KSG seitens der ver.di-Tarifkommission in keiner Weise an die Belegschaft weiter kommuniziert wurden.

NOTDIENSTVEREINBARUNG UND BOYKOTT-EMPFEHLUNG VON VER.DI

Bei den Verhandlungen über eine Notdienstvereinbarung ignoriert die Gewerkschaft zum wiederholten Mal, dass die Aufgaben der KSG Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weit über eine Wochenendreinigung hinausgehen. Sie nimmt damit wissentlich die Gefährdung von Patientenwohl in Kauf, da trotz Streikbedingungen eine gesicherte Grundhygiene gewährleistet sein muss. Die Geschäftsführung der KSG respektiert die Regeln der Tarifauseinandersetzungen. Sie erinnert deshalb die Verhandlungsführung der Gewerkschaft nachdrücklich daran, ebenfalls ihrer Verantwortung für die Aufrechterhaltung der Patientensicherheit über eine reduzierte Wochenbesetzung gerecht zu werden.

„Eine Empfehlung des ver.di Verhandlungsführers an die Bevölkerung, die UMG an den Streiktagen zu boykottieren und sich nicht an der Uniklinik medizinisch versorgen zu lassen, wie er sie am Freitag ausgesprochen hat, ist höchst fahrlässig, gefährdet das Patientenwohl und zeugt vom Fehlen jeglicher Sachkenntnis über die elementaren Grundlagen einer gesicherten medizinischen Gesundheitsversorgung für die Menschen in der Region“, so Bühre.

Für besonders unverantwortlich hält es die KSG, dass seitens der Gewerkschaft keinerlei Einsicht besteht, für besonders sensible Bereiche wie OP, Intensivmedizin und Kinderklink zu vernünftigen und notwendigen Verabredungen zu kommen.

VERHANDLUNGSRUNDE AM MONTAG, 16. JANUAR 2023

Am Montag, dem 16. Januar 2023, kommt es zu einem weiteren vereinbartem Treffen zwischen der Geschäftsführung der KSG und der ver.di-Tarifkommission. Kommt es dabei zu keiner Einigung und hält ver.di an dem angekündigten Streikaufruf fest, wird mit Nachdruck über die Konsequenzen aufgrund der Verantwortungslosigkeit der Tarifkommission gesprochen werden müssen.

Geschäftsführer Marcus Bühre sagt dazu: „Die von ver.di zu verantwortenden Auswirkungen eines Streiks und der andauernden Tarifauseinandersetzung gehen weit über die Einschränkungen für die Patientenversorgung hinaus. Ver.di hat zu verantworten, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schon über ein Jahr auf einen Tarifabschluss warten müssen. Es besteht in der Belegschaft mittlerweile großes Unverständnis darüber, dass das mehrfach nachgebesserte Angebot der KSG nicht angenommen wird.“

Aufgrund der Unflexibilität der Gewerkschaft bei ihren Forderungen und der Auswirkungen der bisherigen Tarifauseinandersetzung sieht die Geschäftsführung der KSG den Fortbestand der KSG erstmals als gefährdet an.

Die Geschäftsführung der KSG bedauert diese Entwicklung ausdrücklich. Sie wirkt sich allein schon wegen des langen Verhandlungszeitraumes und der Verzögerungstaktik der Gewerkschaft ver.di negativ auf den Betrieb aus und verhindert seit Monaten eine schon längst mögliche deutliche Einkommensverbesserung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KSG.

Foto: ©Radio Leinewelle (ue)

RadioLeinewelle

Januar 16th, 2023

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