300 Menschen demonstrieren gestern gegen die Abschiebung von Yacinta

Am 4. August 2025 wurde in Göttingen die 40-jährige Yacinta abgeschoben. Der Fall hat mittlerweile bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Gestern demonstrierten ca. 300 Unterstützer*innen vor der Göttinger Ausländerbehörde. Der Arbeitskreis Asyl Göttingen und andere Gruppen verurteilten die Abschiebung scharf und bezeichneten sie als „menschenverachtend“ und „rassistisch“. Vor Beginn der Demonstration wurde eine Sprachbotschaft von Yacintas Schwester abgespielt. Darin wurde deutlich, daß es Yacinta zur Zeit sehr schlecht geht. Die Landtagsabgeordnete Marie Kollenrott begleitete die Demonstration als parlamentarische Beobachterin. Auch sie kritisierte die Abschiebung scharf, insbesondere die Umstände und den Zeitpunkt. Die Demonstration endete friedlich nach einer Kundgebung vor der Göttinger Ausländerbehörde.

Zum Hintergrund des Falls
Identität und Herkunft – Yacinta gab bei ihrer Einreise 2016 an, aus Burundi zu stammen. Die Ausländerbehörde des Landkreises Göttingen zweifelte jedoch an dieser Angabe. Nach Abgleichen von Fingerabdrücken und Informationen der Botschaften von Burundi und Malawi kam die Behörde zu dem Schluss, dass sie aus Malawi stammt.
Asylverfahren – Ihr Asylantrag wurde 2018 abgelehnt, und ein Gericht bestätigte diese Entscheidung 2019. Aufgrund der ungeklärten Identität wurde die Abschiebung jedoch zunächst ausgesetzt.
Festnahme und Abschiebung – Am 4. August 2025 wurde Yacinta P. bei einem Termin im Sozialamt von der Polizei festgenommen und nach Frankfurt gebracht, von wo aus sie nach Malawi abgeschoben wurde. Eine Darstellung der Ereignisse aus Sicht des AKAsyl Göttingen findet sich hier

Reaktionen und Kritik
Die Abschiebung führte schon am vergangen Montag zu Protesten in Göttingen, bei denen rund 100 Menschen vor der Polizeiwache demonstrierten. Auch am Frankfurter Flughafen versuchten Unterstützer:innen, die Abschiebung zu verhindern. In einer umfangreichen Stellungnahme des Landkreises wies die Landkreisverwaltung Göttingen die Kritik zurück und betonte, dass die Abschiebung rechtmäßig erfolgt sei und klare gesetzliche Vorgaben befolgt wurden.

Fotos: ©Radio Leinewelle (ue)

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Radio Leinewelle
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