
Der Wettbewerb der 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin verspricht 2026 besonders vielfältiges und hochkarätiges Kino. Insgesamt 22 Filme konkurrieren um den Goldenen und die Silbernen Bären. Das Programm reicht von satirischen Komödien über Genre- und Animationsfilme bis hin zu dokumentarischen Formen und einem Western. Produktionen aus 28 Ländern sind vertreten, 20 Filme feiern ihre Weltpremiere, und bei neun Beiträgen führten Frauen Regie oder Co-Regie. Die Jury steht unter dem Vorsitz von Wim Wenders.
Thematisch dominieren Fragen von Identität, Beziehungen, gesellschaftlichem Wandel und politischer Realität – erzählt in sehr unterschiedlichen ästhetischen Handschriften. Die Berlinale bleibt damit ihrem Ruf treu, künstlerisch ambitioniertes Weltkino mit gesellschaftlicher Relevanz zu verbinden.
Alle Filme im Wettbewerb der Berlinale 2026
Zu den ausgewählten Wettbewerbsfilmen gehören unter anderem:
- A New Dawn – Yoshitoshi Shinomiya (Japan/Frankreich, Animation, Debüt)
- At the Sea – Kornél Mundruczó (USA/Ungarn)
- À voix basse (In a Whisper) – Leyla Bouzid (Frankreich/Tunesien)
- Dao – Alain Gomis (Frankreich/Senegal/Guinea-Bissau)
- Dust – Anke Blondé (Belgien/Polen/Griechenland/UK)
- Etwas ganz Besonderes (Home Stories) – Eva Trobisch (Deutschland)
- Everybody Digs Bill Evans – Grant Gee (Irland/UK)
- Gelbe Briefe (Yellow Letters) – İlker Çatak (Deutschland/Frankreich/Türkei)
- Josephine – Beth de Araújo (USA)
- Kurtuluş (Salvation) – Emin Alper (Türkei/Europa-Koproduktion)
- Meine Frau weint (My Wife Cries) – Angela Schanelec (Deutschland/Frankreich)
- Moscas (Flies) – Fernando Eimbcke (Mexiko)
- Nina Roza – Geneviève Dulude-de Celles (Kanada/Europa)
- Queen at Sea – Lance Hammer (UK/USA)
- Rose – Markus Schleinzer (Österreich/Deutschland)
- Rosebush Pruning – Karim Aïnouz (Europa-Koproduktion)
- Soumsoum, la nuit des astres – Mahamat-Saleh Haroun (Frankreich/Tschad)
- The Loneliest Man in Town – Tizza Covi & Rainer Frimmel (Österreich)
- Wolfram – Warwick Thornton (Australien)
- We Are All Strangers – Anthony Chen (Singapur)
- YO Love is a Rebellious Bird – Anna Fitch & Banker White (USA, Dokumentarform)
- Yön Lapsi (Nightborn) – Hanna Bergholm (Finnland/Europa)
Trends & Auffälligkeiten im Wettbewerb 2026
Der diesjährige Wettbewerb zeigt einige klare Tendenzen:
- Starke internationale Präsenz: Von Asien über Afrika bis Nordamerika – der Wettbewerb ist global aufgestellt.
- Hoher Premierenanteil: 20 von 22 Filmen werden erstmals weltweit gezeigt.
- Gender-Diversität: 38 % der Filme wurden von Frauen inszeniert oder co-inszeniert. pressedossier-2026
- Formale Vielfalt: Neben klassischen Spielfilmen finden sich Animation, hybride Formen und Dokumentarfilme.
Besonders spannend ist die Mischung aus etablierten Namen (wie Angela Schanelec, Kornél Mundruczó oder Karim Aïnouz) und neuen Stimmen, die erstmals im Wettbewerb antreten.
Fazit: Ein Wettbewerb mit klarer Handschrift
Der Berlinale-Wettbewerb 2026 präsentiert sich als Spiegel des zeitgenössischen Weltkinos: politisch sensibel, ästhetisch experimentierfreudig und international vernetzt. Mit 22 starken Beiträgen und einer hochkarätigen Jury unter Wim Wenders dürften die Entscheidungen um den Goldenen Bären besonders spannend ausfallen. Für Filmfans und Branchenbeobachter zählt der Wettbewerb erneut zu den wichtigsten Gradmessern für die Zukunft des Arthouse-Kinos.
Foto: ©Berlinale
