
Göttingen wird wieder zur Bühne der Welt: Das Internationale Händel-Festspielorchester Göttingen feiern sein 20-jähriges Bestehen – mit einem Programm, das musikalische Exzellenz, internationale Strahlkraft und regionale Verwurzelung eindrucksvoll verbindet. In diesem Jahr stehen 96 Veranstaltungen mit rund 550 Künstlerinnen und Künstlern aus über 25 Nationen auf dem Spielplan, verteilt auf 36 Spielstätten, davon 14 in der Region.
Im Mittelpunkt steht das Thema „Verlockung“. Ein Begriff, der bewusst vielschichtig gedacht wird: als spirituelle Hoffnung im Messias, als gefährliche Täuschung in Strawinskys Geschichte vom Soldaten – und als Spiegel aktueller gesellschaftlicher Debatten. „Verlockung bedeutet immer auch eine Wahl“, hieß es in der Pressekonferenz. Genau diese Ambivalenz wollen die Festspiele künstlerisch ausloten.
Zum Jubiläum erwartet das Publikum ein außergewöhnliches Festkonzert mit großem Orchester. Auf dem Programm stehen unter anderem Händels „Feuerwerksmusik“ sowie die Orchestersuiten Nr. 3 und 4 von Johann Sebastian Bach – ergänzt durch eine musikalische Überraschung, die erst am Konzertabend enthüllt wird. Im Anschluss soll eine offene Jam-Session Musikerinnen und Musiker verschiedenster Stilrichtungen zusammenbringen – ein einmaliger Moment des gemeinsamen Feierns.
Die Festivalleitung betonte mehrfach die besondere Qualität des Festivalorchesters. Man verfüge in Göttingen über „eines der besten Barockorchester der Welt“, so der Orchesterleiter George Petrou – eine künstlerische Konstante, die das Profil der Festspiele seit Jahren präge. Gleichzeitig gehe es darum, Händel nicht museal zu präsentieren, sondern seine Werke ins 21. Jahrhundert zu holen und ihre zeitlose Relevanz sichtbar zu machen.
Dass dieses anspruchsvolle Programm realisiert werden kann, ist dem breiten Engagement von Stadt, Landkreis, Stiftungen, Sparkassen und privaten Förderern zu verdanken. In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sei diese Unterstützung keineswegs selbstverständlich, wurde betont. Zugleich bleiben die Festspiele ihrem Anspruch treu, Kultur für alle zugänglich zu machen – mit Kinderprogrammen, regionalen Projekten und Formaten, die bewusst niedrigschwellig angelegt sind.
Konzerte in Duderstadt, Einbeck oder Hann. Münden zeigen, dass die Festspiele weit über Göttingen hinauswirken. Parallel dazu unterstreichen internationale Kooperationen mit Händel-Zentren in Halle, Kassel, Boston, Vancouver oder Zürich die globale Vernetzung des Festivals.
Nach 20 Jahren stehen die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen damit nicht nur für musikalische Spitzenleistungen, sondern auch für Gemeinschaft, Dialog und kulturelle Identität. Das Jubiläumsjahr verspricht einen Festspielsommer voller Klangfarben, Begegnungen und inspirierender Momente – und setzt zugleich ein starkes Zeichen für die Zukunft.
Zum Programm: www.haendel-festspiele.de
