
Wie können Gebäude klimafreundlich modernisiert werden, ohne ihre Geschichte zu verlieren? Genau dieser Frage widmet sich die Wanderausstellung „Baukultur trifft Klimaschutz – Gute Beispiele“, die aktuell im Foyer des Kreishauses Göttingen zu sehen ist. Die Ausstellung der Architektenkammer Niedersachsen zeigt anhand realer Projekte, wie nachhaltiges Bauen, energetische Sanierung und Baukultur zusammen gedacht werden können.
Landkreis Göttingen setzt auf klimaneutrales Bauen
Nachhaltiges Bauen spiele eine wichtige Rolle in der Klimastrategie des Landkreises, so die Erste Kreisrätin des Landkreises Göttingen, Doreen Fragel. Bereits 2018 beschloss der Kreistag, dass der Landkreis Göttingen bis zum Jahr 2040 klimaneutral werden soll. Ein wichtiger Bestandteil sei dabei die energetische Sanierung bestehender Gebäude und nachhaltige Standards bei Neubauten.

Nachhaltige Architektur beginnt beim Gebäudebestand
Ein zentraler Gedanke der Ausstellung: Nachhaltigkeit bedeutet nicht unbedingt Neubau. Architektin Susanne Witt brachte es bei der Präsentation auf den Punkt: „Das nachhaltigste Gebäude ist ein Gebäude, das schon steht.“ Denn in bestehenden Gebäuden steckt sogenannte graue Energie – also Ressourcen, die beim Bau bereits verbraucht wurden. Werden Gebäude abgerissen, gehen diese Ressourcen verloren und beim Neubau müssen neue Materialien eingesetzt werden.
Architektenkammer zeigt Beispiele für nachhaltiges Bauen
Welche Möglichkeiten nachhaltige Sanierung bietet, erklärte auch Gabi von Allwörden, Referentin für Nachhaltigkeit und Baukultur bei der Architektenkammer Niedersachsen. „Wir sehen hier ausschließlich Bestandsbauten“, sagte sie bei der Vorstellung der Ausstellung. Ziel sei es zu zeigen, wie vorhandene Gebäude modernisiert und gleichzeitig für die Zukunft weiterentwickelt werden können. Dabei gehe es nicht nur um Energieeffizienz, sondern auch um Materialien. Viele Projekte setzen auf ökologische Baustoffe, recycelte Materialien oder alternative Dämmstoffe wie Zellulose.
Baukultur und Klimaschutz zusammen denken
Neben technischen Lösungen spielt auch die regionale Identität der Gebäude eine wichtige Rolle. „Wenn wir Baukultur sagen, fragen wir auch: Was ist eigentlich typisch für eine Region – was ist identitätsstiftend?“, erklärt von Allwörden. Diese Eigenschaften sollen auch bei energetischen Sanierungen erhalten bleiben. Die Ausstellung zeigt deshalb verschiedene Ansätze nachhaltiger Architektur, darunter:
- innovative Fassadenlösungen
- kreative Umnutzungen bestehender Gebäude
- gemeinschaftliche Projekte in Ortskernen
- energetische Sanierungen von denkmalgeschützten Gebäuden

Beratung zu energetischer Sanierung und erneuerbaren Energien
Begleitend zur Ausstellung informiert die Energieagentur Göttingen über Möglichkeiten der energetischen Sanierung. Bürgerinnen und Bürger können sich unter anderem zu folgenden Themen beraten lassen:
- Nutzung erneuerbarer Energien im eigenen Haus
- Alternativen zu Öl- und Gasheizungen
- Förderprogramme für Gebäudesanierung
- Energieeffizienz bei Wohngebäuden
Ziel ist es, praktische Lösungen aufzuzeigen und Eigentümerinnen und Eigentümer bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen.
Ausstellung noch bis Ende März zu sehen
Die Ausstellung „Baukultur trifft Klimaschutz – Gute Beispiele“ ist noch bis Ende März im Foyer des Kreishauses Göttingen zu sehen. Ergänzend finden Informationsveranstaltungen und Vorträge rund um nachhaltiges Bauen und Sanieren statt.
Mehr unter: energieagentur-goettingen.de
Fotos: ©Radio Leinewelle (Ulf Engelmayer)
