Göttinger Medizinerin Prof. Marija Djukic erhält Schiffbauer-Ehrenpreis

Kongresspräsident Prof. Hans-Werner Wahl (l.) und Prof. Michael Denkinger (r., Präsident der DGG) gratulieren Prof. Marija Djukic zum Schiffbauer- Ehrenpreis. Foto: Michael Frietsch

Die Göttinger Medizinerin Prof. Dr. Marija Djukic ist mit dem Schiffbauer-Ehrenpreis 2026 ausgezeichnet worden. Die Chefärztin des Geriatrischen Zentrums am Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende erhält die Auszeichnung für ihre wissenschaftlichen Leistungen und ihr langjähriges Engagement für eine bessere medizinische Versorgung älterer Menschen.

Neurologie und Altersmedizin sind eng miteinander verbunden

Diese Verbindung von Neurologie und Altersmedizin steht im Mittelpunkt der wissenschaftlichen und klinischen Arbeit von Marija Djukic. Gerade bei älteren Menschen treten neurologische Erkrankungen wie Demenz, Parkinson oder die Folgen eines Schlaganfalls häufig gemeinsam mit weiteren gesundheitlichen Problemen auf. Für die medizinische Versorgung bedeutet das eine besondere Herausforderung. Unterschiedliche Erkrankungen müssen gleichzeitig berücksichtigt und therapeutische Maßnahmen aufeinander abgestimmt werden. Ziel ist es, die Selbstständigkeit und Lebensqualität älterer Patientinnen und Patienten möglichst lange zu erhalten. Djukic verbindet in ihrer Arbeit neurologische Fachkenntnisse mit den Anforderungen der Geriatrie. Seit 2024 leitet sie als Chefärztin das Geriatrische Zentrum am Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende.

Wissenschaftliche Karriere begann in Göttingen

Marija Djukic studierte Humanmedizin in Göttingen und absolvierte hier ihre Facharztausbildung zur Neurologin. Sie promovierte und habilitierte in der Arbeitsgruppe von Professor Roland Nau. Ihre wissenschaftlichen Arbeiten beschäftigten sich zunächst insbesondere mit der Neuroinfektiologie und der Liquordiagnostik. Dabei geht es unter anderem um die Untersuchung der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit und die Erforschung von Infektionskrankheiten des Nervensystems. Später verlagerte sich ihr klinischer Schwerpunkt zunehmend auf die Altersmedizin. Am Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende absolvierte sie die Zusatzweiterbildung Geriatrie. Seit 2015 war sie dort Leitende Oberärztin und stellvertretende Klinikleiterin, bevor sie 2024 die Leitung des Geriatrischen Zentrums übernahm. Ihre Forschungsergebnisse wurden in international anerkannten Fachzeitschriften veröffentlicht, darunter Brain, Journal of Neurology und Journal of Neuroinflammation.

Als Geriaterin hat Frau Professorin Djukic die Verbindung von Neurologie und Altersmedizin maßgeblich vorangebracht und damit neue Impulse für die Versorgung hochaltriger und neurologisch erkrankter Menschen gesetzt
Prof. Dr. Michael Denkinger, DGG-Präsident

Anerkennung durch die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie

Professor Michael Denkinger, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie, würdigt die wissenschaftlichen Leistungen und das langjährige Engagement der Göttinger Medizinerin. „Marija Djukic hat mit ihren wegweisenden klinisch-wissenschaftlichen Arbeiten zur Neuroinfektiologie und Liquordiagnostik wichtige Erkenntnisse geschaffen, die international Beachtung gefunden haben“, erklärt Denkinger. Besonders hebt er hervor, dass Djukic die Verbindung zwischen Neurologie und Altersmedizin maßgeblich vorangebracht und damit neue Impulse für die Behandlung hochaltriger und neurologisch erkrankter Menschen gesetzt habe. Auch innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie habe sie sich über viele Jahre für die wissenschaftliche und strategische Weiterentwicklung des Fachgebiets eingesetzt.

Bereits mehrfach für ihre Forschung ausgezeichnet

Der Schiffbauer-Ehrenpreis ist nicht die erste wissenschaftliche Auszeichnung für Marija Djukic. Bereits 2014 erhielt sie den Schiffbauer-Förderpreis für Forschungsarbeiten zur Rolle von Vitamin D bei experimenteller bakterieller Meningitis und dessen Einfluss auf das Immunsystem. Darüber hinaus wurde sie mit dem Robert-Wartenberg-Preis der Deutschen Gesellschaft für Neurologie ausgezeichnet. Dieser würdigte ihre Forschungsarbeiten zur Liquordiagnostik. Die Rolf-und-Hubertine-Schiffbauer-Stiftung vergibt jährlich einen mit 6.000 Euro dotierten Ehrenpreis sowie einen Förderpreis in Höhe von 3.000 Euro. Der Ehrenpreis zeichnet Persönlichkeiten aus, die sich durch wissenschaftliche Leistungen und besondere Entwicklungen um die Altersmedizin verdient gemacht haben.

Preisgeld soll sozialen oder wissenschaftlichen Projekten zugutekommen

Das Preisgeld von 6.000 Euro möchte Marija Djukic spenden. Dabei denkt sie sowohl an soziale als auch an wissenschaftliche Projekte. Die Medizinerin wurde in Bosnien und Herzegowina geboren und kam während des Bürgerkriegs nach Deutschland. Deshalb kann sie sich vorstellen, mit dem Geld Bildungsprojekte oder Schulen in ihrem Herkunftsland zu unterstützen. Eine weitere Möglichkeit wäre, das Preisgeld für die neurogeriatrische Forschung einzusetzen. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen. Für Djukic selbst besitzt die Auszeichnung eine besondere Bedeutung. „Der Schiffbauer-Ehrenpreis bedeutet mir persönlich unglaublich viel“, erklärt die Medizinerin. Besonders freue sie sich darüber, mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit zum Erkenntnisgewinn und zum Wohl der Menschen beigetragen zu haben.

Mit der Auszeichnung wird zugleich ein medizinisches Fachgebiet gewürdigt, das angesichts einer alternden Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Verbindung neurologischer und altersmedizinischer Kompetenz kann entscheidend dazu beitragen, ältere Menschen umfassend zu behandeln und ihre Lebensqualität zu erhalten.

Radio Leinewelle
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.