In aktuellen Berichten wurde die Situation in der Göttinger Goetheallee und Umgebung als problematisch dargestellt – mit Meldungen über nächtliche Störungen, Bedrohungen, sogenannte „SUV-Rennen“ und ein deutlich beeinträchtigtes Sicherheitsgefühl. Die Polizei Göttingen hat diese Darstellungen nun überprüft und kommt zu einem deutlich differenzierteren Bild.
Laut den Auswertungen des Kommissariats der Polizeiinspektion Göttingen ergeben die vorliegenden Daten keine besonderen Auffälligkeiten. Die Lage im Bereich Goetheallee, Prinzenstraße und entlang des Leineufers bewege sich im Rahmen dessen, was für innerstädtische Bereiche üblich ist. Hinweise auf eine erhöhte Häufung von Vandalismus, Bedrohungen oder sicherheitsrelevanten Vorfällen liegen nicht vor.
Wir sind dafür da, alles objektiv zu bewerten und in unseren Schwerpunktsetzungen zu priorisieren. Die Vermischung von strukturellen Gegebenheiten mit Sicherheitsfragen halte ich hierbei für bedenklich. Hier wünsche ich mir insgesamt einen sachlicheren, objektiveren und ganzheitlichen Blick auf die Themen.
Marco Hansmann, Leiter der Polizeiinspektion Göttingen
Auch Rückmeldungen aus der Anwohnerschaft und aus dem Sanierungsbeirat Nördliche Innenstadt bestätigen, dass die öffentliche Berichterstattung in Teilen zugespitzt und nicht deckungsgleich mit den wahrgenommenen Verhältnissen sei.
Trotz der statistisch unauffälligen Lage hat die Polizei die Präsenz vor Ort erhöht. Einsatz- und Streifendienste, Kontaktbereichsbeamte und das Präventionsteam führten in den vergangenen Tagen verstärkte Kontrollen und Gespräche durch. Dabei ergaben sich keine Hinweise auf größere Menschenansammlungen, Rennen oder Bedrohungssituationen. Gewerbetreibende und Passanten schilderten ein überwiegend ruhiges und sachliches Lagebild. Kleinere Sachbeschädigungen – wie Schmierereien oder vereinzelte Wurfgegenstände – liegen im erwartbaren Rahmen und weisen keine sogenannten systematischen Problemlagen auf.
Die Polizei Göttingen bekräftigt, dass sie weiterhin sichtbare Präsenz zeigt, um sowohl das objektive als auch das subjektive Sicherheitsgefühl zu stärken. Gleichzeitig bleibt sie im engen Austausch mit Anwohnerinnen, Anwohnern und Gewerbetreibenden.
Ulf Engelmayer
Foto : ©Radio Leinewelle (ue)
