
Das Kunsthaus Göttingen hat einen entscheidenden Wendepunkt erreicht: Nach einem wirtschaftlich herausfordernden Jahr 2025 hat die 100-prozentige Tochter der Stadt Göttingen das Insolvenzverfahren erfolgreich abgeschlossen und schließt das Jahr mit einer schwarzen Null ab. Damit ist die finanzielle Eigenständigkeit des Hauses gesichert – und der Weg frei für eine stabile und ambitionierte Zukunft.
Gemeinsame Anstrengung als Schlüssel zum Erfolg
Möglich wurde diese positive Entwicklung durch das enge Zusammenspiel verschiedener Akteur:innen. Die Stadt Göttingen hat das Kunsthaus auch in schwierigen Zeiten finanziell und ideell unterstützt. Gleichzeitig trugen die künstlerischen Leiter Gerhard Steidl (Bereich Bild) und Johannes-Peter Herberhold (Bereich Wort) mit ihrer fachlichen Expertise, ihrem Netzwerk und ihrer inhaltlichen Vision maßgeblich zur Stabilisierung des Hauses bei. Ein weiterer, oft unsichtbarer, aber zentraler Faktor war das erhebliche ehrenamtliche Engagement zahlreicher Beteiligter.
Göttingens Oberbürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende des Kunsthauses, Petra Broistedt, würdigt diese Zusammenarbeit ausdrücklich:
„Viele Köpfe haben in gemeinsamer Anstrengung dazu beigetragen, dass das Kunsthaus seine Eigenständigkeit zurückerlangen und sich wirtschaftlich stabilisieren konnte. Dafür danke ich allen Beteiligten ausdrücklich und von ganzem Herzen.“
Zugleich betont Broistedt die kulturpolitische Bedeutung des Kunsthauses: Es trage weiterhin dazu bei, Göttingen als Ort für zeitgenössische Kunst, kulturellen Diskurs und internationale Ausstellungen sichtbar zu machen.
Solider Kurs und positiver Ausblick auf 2026
Auch wirtschaftlich blickt das Kunsthaus nach vorne. Geschäftsführer Holger Fricke zeigt sich zuversichtlich:
„Unter gleichbleibenden Prämissen peilt das Kunsthaus Göttingen auch für 2026 ein leicht positives Ergebnis an. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass der eingeschlagene Konsolidierungs- und Zukunftskurs tragen kann.“
Damit unterstreicht das Kunsthaus, dass es nicht nur gelungen ist, eine akute Krise zu bewältigen, sondern auch nachhaltige Strukturen für die kommenden Jahre zu schaffen.
Ausstellungserfolg als starkes Signal: #ShotbyAdams

Parallel zur wirtschaftlichen Stabilisierung sorgt das Kunsthaus auch programmatisch für große Aufmerksamkeit. Die aktuelle Ausstellung #ShotbyAdams entwickelt sich zu einem echten Publikumsmagneten. Bereits jetzt wurde der bisherige Besucherrekord des Hauses aus dem Documenta-Jahr übertroffen.
Die Resonanz unterstreicht die wachsende Bedeutung des Kunsthauses Göttingen als überregional wahrgenommene kulturelle Institution.
Künstlerische Leiter Steidl und Herberhold
Der Ausstellungserfolg zeigt, dass anspruchsvolle, international ausgerichtete Inhalte und ein interessiertes Publikum auch jenseits großer Metropolen zusammenfinden können.
Das Kunsthaus Göttingen – Profil und Programm
Das Kunsthaus Göttingen in der Düsteren Straße 7 ist ein Ausstellungshaus mit klarem inhaltlichem Profil. Der Fokus liegt auf:
- Arbeiten auf Papier
- Fotografie
- Neuen Medien
Der Ausstellungsschwerpunkt ist zeitgenössische Kunst mit internationaler Ausrichtung. Pro Jahr werden drei bis vier große Einzel- oder Gruppenausstellungen realisiert, die sich über drei Ebenen mit großzügigen Galerieräumen erstrecken.
Ergänzt wird das Ausstellungsprogramm durch ein vielseitiges Veranstaltungs- und Vermittlungsangebot: Führungen, Gespräche, Events und Kooperationen laden regelmäßig ins Kunsthaus selbst sowie ins Kunstquartier Göttingen ein.
Besuchsinformationen auf einen Blick
- Adresse: Düstere Straße 7, Göttingen
- Eintritt:
- Regulär: 8 Euro
- Ermäßigt: 5 Euro
- Öffnungszeiten:
- Dienstag bis Freitag: 14.00–18.00 Uhr
- Samstag & Sonntag: 11.00–18.00 Uhr
Fotos: ©Radio Leinewelle (ue)
