
Bewegung bei der notwendigen Sanierung des Stadtheaters. Die Stadt Göttingen empfiehlt eine Sanierung des Deutsches Theater Göttingen in drei Bauabschnitten. Grundlage ist eine Variantenprüfung, die der Verwaltungsausschuss im Sommer 2025 in Auftrag gegeben hatte. Das Planungsbüro Wolff Gruppe entwickelte in enger Abstimmung mit Theater und Stadtverwaltung drei mögliche Szenarien. Nach eingehender Prüfung wurde Variante 2 als Vorzugsvariante identifiziert.
Variante 0 sah eine reine Bestandssanierung ohne Neubauten vor. Diese Option erfüllte jedoch die politischen Vorgaben nicht, da weder alle funktionalen Anforderungen noch eine zweite Spielstätte angemessen umgesetzt werden konnten. Zudem wäre ein zusätzlicher Interimsbau erforderlich gewesen.
Variante 1 beinhaltete den Neubau einer zweiten Spielstätte an einem anderen Standort im Stadtgebiet. Diese Lösung hätte jedoch Doppelstrukturen verursacht, höhere Betriebskosten nach sich gezogen und zusätzliche logistische Herausforderungen mit sich gebracht.
Die empfohlene Variante 2 sieht vor, eine neue Raumbühne auf dem Theatergrundstück zu errichten, während die Werkstätten auf das Gelände des Güterverkehrszentrums (GVZ) verlagert werden. Durch diese Maßnahme sollen Eingriffe in den denkmalgeschützten Bestand reduziert und die bauliche Komplexität verringert werden. Gleichzeitig kann die neue Raumbühne während der Sanierung als Interimsbühne genutzt werden, wodurch ein externer Übergangsbau entfällt.
Wir stehen zu unserem Theater. Wir müssen aber Wege finden, Verantwortung für Kultur und Haushalt miteinander zu verbinden.
OB Petra Broistedt
Die Sanierung soll in drei Abschnitten erfolgen:
Im ersten Abschnitt (2026–2028) stehen die Sicherung der Gebäudehülle, technische Ertüchtigungen sowie die Vorbereitung des Werkstattumzugs und die Planung der Raumbühne bis zur Baugenehmigung im Mittelpunkt. Das hierfür veranschlagte Budget beträgt 25,5 Millionen Euro. Neun Millionen Euro sind bereits im Haushalt eingestellt, weitere 16,5 Millionen müssten eingeplant werden.
Der zweite Abschnitt (2028–2031) umfasst den Bau der neuen Raumbühne, die Sanierung der Tiefgarage sowie die Modernisierung des Glas-Anbaus. Hierfür werden 39,8 Millionen Euro kalkuliert.
Im dritten Abschnitt (2031–2035) soll die umfassende Sanierung des historischen Hauptgebäudes erfolgen. Die veranschlagten Kosten liegen bei 55,1 Millionen Euro.
Die Summe der drei Bauabschnitte beträgt 120,5 Millionen Euro. Hinzu kommen eine Risikoreserve von 20 Prozent sowie kalkulierte Baupreissteigerungen bis 2031 in Höhe von rund 23 Millionen Euro. Daraus ergibt sich ein Gesamtkostenrahmen von 167,7 Millionen Euro.
Die Projektlaufzeit ist mit rund zehn Jahren angesetzt. Zwischen den einzelnen Bauabschnitten sind jeweils neue Ratsbeschlüsse vorgesehen. Ziel ist es, die finanzielle Belastung über mehrere Haushaltsjahre zu verteilen und die Einwerbung von Fördermitteln aus Bund und Land zu erleichtern. Bereits zugesagt sind 4,5 Millionen Euro Bundesmittel, die durch eine kommunale Kofinanzierung auf neun Millionen Euro ergänzt werden.
Der Bauausschuß berät im Februar 2026 über die Vorlage. Der Rat der Stadt Göttingen soll im März 2026 über den Masterplan entscheiden.
Foto: © Andreas Blomeyer
