Die Vorwürfe gegen Landrat Marcel Riethig weiten sich aus: Nach Angaben der Ersten Kreisrätin Doreen Fragel haben inzwischen weitere 55 Führungskräfte die Beschwerde gegen den Verwaltungschef unterzeichnet. Damit erreicht die Auseinandersetzung innerhalb der Kreisverwaltung eine neue Dimension. Die hohe Zahl der Unterzeichnenden macht deutlich, dass es sich nicht um vereinzelte Stimmen handelt, sondern um eine breit getragene Unzufriedenheit innerhalb der Verwaltung. Ein solcher Vorgang auf Führungsebene ist in dieser Größenordnung außergewöhnlich und dürfte weitreichende Konsequenzen für die Verwaltungsstruktur und das politische Klima im Landkreis haben.
Für die Grüne Kreistagsfraktion steht nach eigenen Angaben im Mittelpunkt, dass die Arbeitsfähigkeit der Verwaltung gesichert bleibt und Mitarbeitende geschützt werden. Sie fordert eine schnelle, transparente und rechtsstaatliche Prüfung der Vorwürfe.
Offizielle Mitteilung des Landkreises: Vertrauliche Unterlagen an das Innenministerium übergeben
Parallel zur wachsenden Zahl der Unterstützerinnen und Unterstützer der Beschwerde hat der Landkreis Göttingen eine offizielle Mitteilung veröffentlicht. In einer Pressmitteilung des Landkreises heißt es, dass ein Vorgang im Zusammenhang mit einem aufsichtsrechtlichen Verfahren gegen Landrat Marcel Riethig am 23.02.2026 per Kurier an die zuständige Aufsichtsbehörde übergeben wurde. Weiter stellt der Landkreis klar, dass bis zum Abschluss der Prüfung keine weiteren inhaltlichen Stellungnahmen abgegeben werden können. Nachdem verschiedene Medien heute bereits aus vertraulichen Unterlagen zitiert hatten, sah sich die Verwaltung offenbar veranlasst, den formalen Ablauf des Verfahrens öffentlich klarzustellen. Mit dem Hinweis auf die Vertraulichkeit und das laufende aufsichtsrechtliche Verfahren unterstreicht der Landkreis, dass nun eine externe, rechtsstaatliche Prüfung durch das Innenministerium erfolgt.
