Mehrere hundert Schülerinnen und Schüler haben am Donnerstag in Göttingen gegen den geplanten neuen Wehrdienst demonstriert. Die Demonstration war als Sternmarsch organisiert und führte von verschiedenen Schulen aus in die Innenstadt. Gegen 11:30 Uhr setzten sich mehrere Demonstrationszüge in Bewegung. Startpunkte waren unter anderem die Integrierte Gesamtschule Göttingen, das Felix-Klein-Gymnasium, das Hainberg-Gymnasium, das Theodor-Heuss-Gymnasium sowie das Otto-Hahn-Gymnasium. Von dort aus liefen die Gruppen durch verschiedene Teile der Stadt in Richtung Innenstadt.

Ziel der Demonstrationszüge war der Marktplatz rund um das Gänseliesel. Dort trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Mittag zu einer zentralen Kundgebung. Die Veranstaltung dauerte mehrere Stunden und verlief nach bisherigen Informationen überwiegend friedlich. Während der Demonstration kam es zeitweise zu Verkehrsbehinderungen im Stadtgebiet. Betroffen waren unter anderem Straßen in der Innenstadt wie die Weender Straße, die Berliner Straße und die Groner Straße. Polizei und Stadt begleiteten die Demonstration und sicherten die Demonstrationszüge.
Hintergrund des Protests ist die geplante Einführung eines neuen Wehrdienst-Modells in Deutschland. Seit diesem Jahr sollen junge Männer verpflichtend einen Fragebogen zur möglichen Musterung ausfüllen. Kritiker befürchten, dass dies langfristig zu einer Wiedereinführung der Wehrpflicht führen könnte. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler forderten stattdessen mehr Investitionen in Bildung und soziale Bereiche. Organisiert wurde der Protest von verschiedenen Jugend- und Schülergruppen.
Auch bundesweit fanden am Donnerstag ähnliche Demonstrationen statt. Laut Organisatoren beteiligten sich ca. 50.000 bundesweit Jugendliche an Protestaktionen gegen den Wehrdienst.
Foto: ©Radio Leinewelle (ue)
