Thomas Goes und Jan van Aken eröffnen Kommunalwahlkampf der Linken in Göttingen

Oberbürgermeisterkandidat der Linken Thomas Goes

Mit der Vorstellung ihrer Wahlprogramme und Kandidat:innen für Stadt und Landkreis hat die Partei Die Linke am Samstag ihren Kommunalwahlkampf in Göttingen eröffnet. Unter dem Motto „Göttingen ist unser Zuhause. Sozial gerecht. Klar ökologisch. Konsequent antifaschistisch.“ präsentierte die Partei ihre politischen Schwerpunkte für die Kommunalwahl. Zahlreiche Besucher:innen fanden sich am Nachmittag auf dem Gelände am Leinehafen ein.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Reden des Göttinger OB Kandidaten Thomas Goes und des Bundesvorsitzenden  der Linken Jan van Aken. Goes stellte die soziale Infrastruktur in Stadt und Landkreis in den Mittelpunkt seiner Rede. Er sprach von einer „Versorgungskrise“, die viele Menschen im Alltag unmittelbar betreffe. Fehlende Kitaplätze, überlastete Verwaltungen, eingeschränkter Nahverkehr und zu wenig Schulsozialarbeit seien keine abstrakten Haushaltsfragen, sondern hätten direkte Auswirkungen auf die Lebensqualität der Menschen. Die Linke wolle deshalb für einen stärkeren Ausbau öffentlicher Dienstleistungen und eine sozialere Kommunalpolitik eintreten.

Zugleich betonte Goes, politische Veränderungen könnten nicht allein durch Parteien erreicht werden. Die Linke wolle ihre Arbeit gemeinsam mit Initiativen, Vereinen und sozialen Bewegungen gestalten. Nach der Kommunalwahl solle deshalb ein runder Tisch mit gesellschaftlichen Akteuren eingerichtet werden, um politische Vorhaben gemeinsam weiterzuentwickeln.

Bundesvorsitzender Jan van Aken griff in seiner Rede bundespolitische Themen auf und verband diese mit kommunalen Herausforderungen. Er warb erneut für die Wiedereinführung einer Vermögensteuer und argumentierte, dass zusätzliche Einnahmen für Investitionen in Bildung, sozialen Zusammenhalt und öffentliche Infrastruktur benötigt würden. Als Beispiele nannte er unter anderem kostenlose Angebote im Nahverkehr und in Schulen.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Rede war die Wohnungspolitik. Van Aken kritisierte große Wohnungsunternehmen und forderte stärkeren Schutz für Mieterinnen und Mieter. Bezahlbares Wohnen sei eine zentrale soziale Frage, die auch in Göttingen viele Menschen beschäftige.

Beide Redner betonten zudem die antifaschistische Ausrichtung der Partei. Die Linke wolle gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und sich gegen Ausgrenzung, soziale Spaltung und den Einfluss rechter Kräfte stellen. Mit der Vorstellung ihrer Programme für Stadt und Landkreis hat Die Linke damit offiziell den Kommunalwahlkampf in Göttingen eröffnet. Im Mittelpunkt stehen soziale Gerechtigkeit, bezahlbares Wohnen, eine ökologische Stadtentwicklung und ein konsequenter Einsatz gegen Rechtsextremismus. Die Linke ist für den Wahlkampf breit aufgestellt: ca. 150 Kandidat:innen bewerben sich um kommunale Sitze.

Ulf Engelmayer

Fotos: ©Radio Leinewelle (Frithjof Hermann)