
Die Universitätsmedizin Göttingen trauert um Professor Dr. Heinz-Joachim Radzun. Der langjährige Direktor des Instituts für Pathologie ist am 22. Juli im Alter von 76 Jahren verstorben. Mit ihm verliert die UMG einen international anerkannten Wissenschaftler, einen engagierten Hochschullehrer und einen Forscher, dessen Arbeit die moderne Krebsdiagnostik bis heute prägt.
Professor Radzun kam 1992 nach Göttingen und übernahm den Lehrstuhl für Allgemeine Pathologie sowie die Leitung der damaligen Abteilung Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie. Bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2018 gestaltete er die Entwicklung des Fachbereichs entscheidend mit und begleitete die Zusammenführung der pathologischen Abteilungen an der Universitätsmedizin Göttingen. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt lag auf der Erforschung des menschlichen Immunsystems und der Entstehung von Krebserkrankungen. Besondere Bedeutung erlangte seine Forschung zu den sogenannten Makrophagen – wichtigen Zellen der Immunabwehr. Weltweit bekannt wurde ein von ihm entwickelter monoklonaler Antikörper, der bis heute in Forschung und Routinediagnostik eingesetzt wird und die Früherkennung bestimmter Krebserkrankungen verbessert hat.
Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit galt Professor Radzun als prägender Lehrer und Mentor. Zahlreiche Pathologinnen und Pathologen, die heute bundesweit verantwortungsvolle Positionen innehaben, wurden von ihm ausgebildet und begleitet. Die UMG würdigt ihn deshalb nicht nur als herausragenden Mediziner, sondern auch als Persönlichkeit, die Generationen von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern geprägt hat.
Mit Professor Heinz-Joachim Radzun verliert die Universitätsmedizin Göttingen einen Forscher, dessen wissenschaftliches Erbe weit über die Region hinaus wirkt.
Foto: Prof. Dr. Heinz-Joachim Radzun. ©mvz göttingen/frank stefan kimmel
