
Im Mittelpunkt steht Doreen, die auf den Pferdehof Fallera ihrer Großeltern in Ostdeutschland zurückkehrt, nachdem diese beschlossen haben, gemeinsam aus dem Leben zu gehen. Doreen ist dort aufgewachsen und fest entschlossen Maria und Helmut von ihrem Vorhaben abzubringen. Sie hat nicht mit der Dickköpfigkeit ihrer Großeltern gerechnet.
Hanna Heim ist Wirtschaftsjournalistin. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Berlin. Nach dem gemeinsamen Tod ihrer Großeltern hat sie sich entschlossen ihre Familiengeschichte als Roman zu verarbeiten.
„Hofsommer“ von Hanna Heim verhandelt eine große Frage: Was bleibt von einem Leben, von einer Gesellschaft, wenn die Menschen, die sie geprägt haben, langsam verschwinden? Und von der schwierigen Frage nach einem selbstbestimmten Lebensende.
Eine stille Erzählung über Herkunft und Erinnerung. Der Hof wird dabei zum Symbol für eine Generation, die Krieg, DDR und Wiedervereinigung erlebt hat und deren Erfahrungen zunehmend aus dem kollektiven Gedächtnis verschwinden. „Hofsommer“ erzählt nicht nur vom Abschied einzelner Menschen, sondern auch vom Wandel ganzer Lebenswelten. Was geht verloren, wenn traditionelle Bindungen und vertraute Orte ihre Selbstverständlichkeit verlieren.
Hanna Heim erzählt wie eng unser eigenes Leben mit den Orten und Menschen verbunden ist, die uns geprägt haben – und wie schwierig es sein kann, von ihnen Abschied zu nehmen.
Text: Jutta Engelmayer
Hofsommer – Hanna Heim, HC, 24,- €
Heyne, ISBN 978-3-453-27531-7
Tipp: Im Buch gibt es einen QR Code für eine Hofsommer-Playlist
