Erste Frau an der Spitze der Krankenversorgung: Dr. Karin Overlack wechselt zur UMG

Neues Vorstandsteam ab Mai 2027: Dr. Karin Overlack (Mitte) mit Prof. Dr. Wolfgang Brück, Sprecher des Vorstandes und Vorstand Forschung und Lehre der UMG (links), und Jens Finke, Vorstand Wirtschaftsführung und Administration der UMG (rechts).
Foto: umg/lena bösch

Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) stellt sich in der Führung ihrer Krankenversorgung neu auf. Zum 1. Mai 2027 übernimmt Dr. Karin Overlack das Vorstandsressort Krankenversorgung. Die promovierte Ärztin und erfahrene Krankenhausmanagerin kommt vom Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen in Bad Oeynhausen. Sie ist die erste Frau, die dieses Vorstandsressort an der UMG übernimmt.

Die Entscheidung fiel einstimmig in einer gemeinsamen Sitzung des Fakultätsrats der Medizinischen Fakultät und des Stiftungsausschusses Universitätsmedizin. Overlack folgt auf Prof. Dr. Lorenz Trümper, der das Ressort seit Mai 2021 leitet und Ende April 2027 in den Ruhestand geht.

Langjährige Erfahrung im Management

Mit Karin Overlack gewinnt die UMG eine Führungspersönlichkeit, die sowohl die medizinische Praxis als auch das Management großer universitärer Kliniken kennt. Seit 2015 ist sie Geschäftsführerin des Herz- und Diabeteszentrums Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW) in Bad Oeynhausen. Die Einrichtung beschäftigt rund 3.000 Menschen und verfügt über mehr als 500 Planbetten. Sie gehört zu den bedeutenden Spezialkliniken für Herz- und Diabeteserkrankungen in Deutschland und gilt als größtes Herztransplantationszentrum des Landes. Zuvor leitete Overlack zehn Jahre lang das Universitäre Herzzentrum Hamburg, eine Einrichtung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Erfahrungen in der strategischen Unternehmensberatung sammelte sie außerdem bei der Boston Consulting Group, wo sie im Gesundheitswesen tätig war.

Krankenhäuser vor tiefgreifenden Veränderungen

Der Wechsel an der Spitze der Krankenversorgung erfolgt in einer Phase grundlegender Veränderungen im deutschen Krankenhauswesen. Wirtschaftlicher Druck, strukturelle Reformen und die Weiterentwicklung medizinischer Versorgungsangebote stellen auch Universitätskliniken vor erhebliche Herausforderungen.

Der Vorsitzende des Stiftungsausschusses der UMG, Prof. Dr. Martin Paul, hebt insbesondere Overlacks strategische Kompetenz und ihre Erfahrung in der Leitung universitärer Krankenhäuser hervor. Auch Prof. Dr. Wolfgang Brück, Sprecher des UMG-Vorstands und Dekan der Medizinischen Fakultät, sieht in der Verbindung von ärztlicher Erfahrung und Managementkompetenz eine wichtige Voraussetzung für die künftige Entwicklung der Universitätsmedizin.

Medizinische Versorgung strategisch weiterentwickeln

Overlack selbst sieht ihre neue Aufgabe vor dem Hintergrund des Umbruchs in der deutschen Krankenhauslandschaft.

„Ich freue mich darauf, die UMG auf ihrem Weg in die Medizin der Zukunft zu begleiten und medizinstrategische Impulse in einer Zeit setzen zu können, in der die deutsche Krankenhauslandschaft vor einem substanziellen Umbruch steht.“

Mit dem Wechsel verbindet sich die Aufgabe, die Krankenversorgung der UMG unter veränderten gesundheitspolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln. Dabei geht es nicht nur um die Organisation klinischer Abläufe, sondern auch um die strategische Ausrichtung medizinischer Angebote und das Zusammenspiel von Patientenversorgung, Forschung und Lehre. Welche konkreten Schwerpunkte Overlack nach ihrem Amtsantritt setzen wird, geht aus der Mitteilung der UMG noch nicht hervor.

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