3. Leinetal Firefighter Challenge: „Wir wollen zeigen, wie fit Feuerwehrleute für den Einsatz sein müssen“

Bei der dritten Leinetal Firefighter Challenge in Göttingen stellten sich Feuerwehrleute aus Deutschland und mehreren europäischen Ländern einem anspruchsvollen Wettkampf. Auf dem Programm standen unter anderem das Erklimmen eines 13 Meter hohen Turms, das Ziehen von Schläuchen und die Rettung einer 80 Kilogramm schweren Puppe – alles in voller Einsatzmontur. Radio Leinewelle sprach mit Uwe Heise vom Organisationsteam über die Veranstaltung, den hohen Vorbereitungsaufwand und die Wünsche für die Zukunft.

Radio Leinewelle: Die dritte Leinetal Firefighter Challenge läuft. Wie fällt Ihr bisheriges Fazit aus?

Uwe Heise: Wir sind zunächst einmal dankbar, dass das Wetter bislang mitgespielt hat. Bei den Teilnehmerzahlen hätten wir uns allerdings etwas mehr gewünscht. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass in Niedersachsen und anderen Bundesländern bereits Sommerferien sind. Außerdem würden wir uns über mehr Zuschauer freuen, die sehen können, wie sich Feuerwehrleute – sowohl aus den Freiwilligen Feuerwehren als auch aus den Berufsfeuerwehren – für den Einsatz fit halten.

Radio Leinewelle: In den sozialen Netzwerken war das Interesse groß. Gibt es auch wieder internationale Beteiligung?

Uwe Heise: Ja, die gibt es. Leider nicht ganz in dem Umfang, den wir uns erhofft hatten. Teilnehmer aus den Niederlanden mussten kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen absagen. Dafür sind Starterinnen und Starter aus Ungarn, Österreich, der Ukraine und Tschechien dabei. Im vergangenen Jahr hatten wir sieben Nationen vertreten, diese Zahl erreichen wir diesmal allerdings nicht.

Radio Leinewelle: Wie groß ist der organisatorische Aufwand hinter einer solchen Veranstaltung?

Uwe Heise: Eigentlich beginnen die Vorbereitungen direkt nach der Veranstaltung wieder. Schon in der kommenden Woche werden wir die diesjährige Challenge auswerten. Ein Kernteam von sechs Personen kümmert sich um die Planung. Insgesamt sind etwa 15 Mitglieder beteiligt. Seit Donnerstag sind rund um die Uhr 15 bis 20 Helferinnen und Helfer im Einsatz, um den Turm und die Wettkampfbahn aufzubauen. Ein großer Dank geht auch an unsere Familien, die die Verpflegungsstände betreuen und damit entscheidend zum Gelingen beitragen.

Radio Leinewelle: Selbst bei den Wettkampfgeräten steckt viel Detailarbeit. Warum werden die Hämmer beispielsweise angewärmt?

Uwe Heise: Das sind spezielle Kunststoffhämmer, die rückschlagfrei sind. Würde man sie ungeheizt auf das 70 Kilogramm schwere Gewicht schlagen lassen, würden sie schnell beschädigt werden. Durch das Erwärmen werden sie elastischer und halten deutlich länger.

Radio Leinewelle: Viele ehrenamtliche Feuerwehren aus der Region sind vertreten. Wer ist in diesem Jahr dabei?

Uwe Heise: Es sind Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Hann. Münden, Göttingen, Northeim, Seesen und Goslar am Start. Besonders stark vertreten sind die Landkreise Göttingen und Northeim. Oft bilden sich die Teams aber auch feuerwehrübergreifend – Kameradinnen und Kameraden aus verschiedenen Ortsfeuerwehren schließen sich zusammen und nehmen gemeinsam teil.

Radio Leinewelle: Der technische Aufwand ist enorm. Woher stammt beispielsweise der große Turm?

Uwe Heise: Der Turm gehört eigentlich zur Mosel Firefighter Challenge. Dort wurde er vor etwa elf Jahren gebaut. Wir mieten ihn für unsere Veranstaltung an. Weitere Teile der Ausstattung kommen von Kolleginnen und Kollegen aus Berlin, die solche Wettkämpfe bereits seit 25 Jahren organisieren.

Radio Leinewelle: Können Sie den Wettkampf noch einmal beschreiben?

Uwe Heise: Der Weltrekord für die komplette Strecke liegt bei einer Minute und 15 Sekunden. Solche Zeiten sehen wir in Deutschland allerdings nicht. Die schnellsten Läufe hier lagen deutlich unter eineinhalb Minuten. Der durchschnittliche Teilnehmer braucht zwei bis drei Minuten. Neben Einzelstartern gibt es auch Tandems und Staffeln mit bis zu fünf Personen.

Zum Wettkampf gehört das Erklimmen eines 13 Meter hohen Turms mit Schlauchpaketen, anschließend werden weitere Schläuche hochgezogen. Danach folgt die sogenannte Kaiser-Force-Maschine, die das Öffnen von Dächern im Einsatz simuliert. Es geht weiter durch einen Slalom, anschließend müssen Schläuche gezogen und schließlich mit Wasser Ziele getroffen werden. Zum Abschluss wird eine 80 Kilogramm schwere Rettungspuppe über 30 Meter ins Ziel gezogen.

Radio Leinewelle: 13 Meter Höhe – das ist eine besondere Herausforderung.

Uwe Heise: Auf jeden Fall. Die Treppenstufen sind sehr hoch und dazu kommen noch rund 20 Kilogramm Ausrüstung, die mit nach oben getragen werden müssen.

Radio Leinewelle: Eine Veranstaltung dieser Größe ist ohne Sponsoren kaum denkbar. Wer unterstützt die Challenge?

Uwe Heise: Unterstützung kann man immer gebrauchen. Glücklicherweise haben wir starke regionale Partner. Dazu gehören beispielsweise Camping Herzog aus Holtensen, Finance First aus Northeim, Henninghaus Immobilien, Milwaukee und Autohaus Hermann. Ohne diese Unterstützung könnten wir die Veranstaltung nicht stemmen. Jedes Jahr müssen wir aber aufs Neue um Sponsoren werben.

Radio Leinewelle: Sie planen bereits für die nächste Ausgabe. Was wünschen Sie sich für das kommende Jahr?

Uwe Heise: Wir wünschen uns vor allem noch mehr Zuschauerinnen und Zuschauer und eine größere Beteiligung. Die Leinetal Firefighter Challenge soll zeigen, welche Leistungen Feuerwehrleute im Einsatz erbringen müssen – und wieviel ehrenamtliches Engagement dahintersteckt.

Ulf Engelmayer

Fotos: ©Radio Leinewelle (ue)

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