Wählen gehen: Warum die Stichwahlen in Göttingen und im Landkreis offen sind

1999 schien die Göttinger Oberbürgermeisterwahl nach dem ersten Wahlgang eine klare Richtung zu haben: Hermann Schierwater von der SPD lag mit 41,3 Prozent vor Jürgen Danielowski von der CDU mit 38,3 Prozent. Zwei Wochen später gewann Danielowski die Stichwahl mit 52,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung sank dabei auf nur 27,8 Prozent. Der Vorsprung aus dem ersten Wahlgang hatte nicht gereicht. Diese Wahl ist ein Aufhänger für den kommenden Sonntag, aber keine Prognose. Am 27. September entscheiden die Wahlberechtigten in Göttingen zwischen Onyeka Oshionwu und Ehsan Kangarani über das Oberbürgermeisteramt. Im Landkreis stehen Dr. Ulrike Witt und Harm Adam in der Stichwahl um das Landratsamt. Für die Landratswahl hatte der Landkreis im ersten Wahlgang eine Beteiligung von 63,53 Prozent gemeldet. Wie viele Menschen diesmal wählen und für wen sie stimmen, ist offen. Eine Stichwahl beginnt bei null: Die Stimmen aus dem ersten Wahlgang werden nicht übertragen. Wer damals gewählt hat, muss erneut abstimmen, wenn die eigene Stimme auch bei der Entscheidung zwischen den verbliebenen Kandidierenden zählen soll. Zugleich können Menschen, deren bevorzugte Kandidatin oder bevorzugter Kandidat ausgeschieden ist, jetzt eine neue Entscheidung treffen.

„Wählen gehen“ heißt deshalb das Motto von Radio Leinewelle zur Stichwahl in Stadt und Landkreis. Die Geschichte von Schierwater und Danielowski zeigt, wie sehr sich ein Wahlausgang zwischen zwei Wahlgängen verändern kann. Nichts ist entschieden. Jede abgegebene Stimme zählt.

Radio Leinewelle wird am Sonntagabend stündlich über die aktuellen Ergebnisse informieren.

Unser Datenblick auf die Stichwahlen

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